Das deutsche System
Das Lied ist ein Ohrwurm. Auch noch Stunden nach dem Theater saust es im Kopf herum, dieses «Heidi-tschimmela-tschimmela-tschimmela-tschimmela bumm» aus dem 1948er Karnevalslied «Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien», das seinerzeit zumindest im Rheinland fast die Funktion einer Nationalhymne übernommen hatte. Zum Thema hatte der Song die Tatsache der drei Besatzungszonen, in die Deutschland, das den Krieg verloren hatte, eingeteilt wurde.
Man nahm die letzten faschistischen Jahre auf die leichtere Musenschulter und versuchte im Text wieder menschlich zu sein: «Wir sind keine Menschenfresser, doch wir küssen um so besser», heißt es etwa. «Mein lieber Freund, die alten Zeiten sind vorbei.»
Wer’s glauben wollte, konnte selig werden. Im Kabarett machte sich Wolfgang Neuss einen ganz anderen, galligen Reim auf die dreigeteilte Situation und konterte mit dem Lied vom Wirtschaftswunder: «Die Straßen haben Einsamkeitsgefühle.» Da waren schon Zweifel zu hören daran, ob das ganze wacklige deutsche System Bestand haben würde. Wie sollte es weitergehen, mit den alten Nazis im Rücken und der rosigen Zukunft im Blick? Mit einem Grundgesetz, das keine Verfassung wurde, und mit ...
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Theater heute Juni 2025
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Bernd Noack
BERLIN, HAU HEBBEL AM UFER
25. bis 28.6., machina eX. Jubiläumsausstellung: On and On and On and On
Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums des Game-Theater-Kollektivs machina eX können Requisiten, interaktive Objekte und wieder flott gemachte Mini-Games aus anderthalb Jahrzehnten Game-Theater erkundet werden. Dazu kommen Strukturbäume, verworfene Plot-Dokumente und...
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