Aus dem Alltag der Revolution
Im Jahr 2021 erschien das Buch «Revolutionary Life: The Everyday of the Arab Spring», in dem der iranisch-amerikanische Wissenschaftler Asef Bayat die Revolutionen des Arabischen Frühlings zu Beginn der 2010er Jahre erforscht.
Davon ausgehend denkt die im Exil lebende, belarussische Philosophin Olga Shparaga in ihrem erhellenden Beitrag «Die unglaubliche Revolution» über die Gemeinsamkeiten zwischen dem arabischen Frühling und der Revolution in Belarus 2020 nach: Die Proteste waren möglich, weil sich ganz gewöhnliche (ordinary) und die unterschiedlichsten Menschen an ihnen beteiligten – und dadurch manchmal zu außergewöhnlichen (extraordinary) Menschen wurden. Die Forderungen einer bestimmten Gruppe konnten sich in das Anliegen einer ganzen Gesellschaft verwandeln, weil die Proteste eine Vielfalt von Leitfiguren hatten und horizontal organisiert waren. Und noch etwas spielte in beiden Bewegungen eine zentrale Rolle: das Engagement der Frauen.
Diesen von Geschichtsbüchern ignorierten Heldinnen der alltäglichen Arbeit an gesellschaftlichen Veränderungen hat das HAU ein neuntägiges Festival mit geopolitischem Schwerpunkt in Osteuropa gewidmet. «Über Osteuropäer:innen wird viel ...
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Theater heute Juni 2025
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Anja Quickert
Das Lied ist ein Ohrwurm. Auch noch Stunden nach dem Theater saust es im Kopf herum, dieses «Heidi-tschimmela-tschimmela-tschimmela-tschimmela bumm» aus dem 1948er Karnevalslied «Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien», das seinerzeit zumindest im Rheinland fast die Funktion einer Nationalhymne übernommen hatte. Zum Thema hatte der Song die Tatsache der drei...
BERLIN, HAU HEBBEL AM UFER
25. bis 28.6., machina eX. Jubiläumsausstellung: On and On and On and On
Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums des Game-Theater-Kollektivs machina eX können Requisiten, interaktive Objekte und wieder flott gemachte Mini-Games aus anderthalb Jahrzehnten Game-Theater erkundet werden. Dazu kommen Strukturbäume, verworfene Plot-Dokumente und...
Das ärmliche graue Haus, beleuchtet von einer trostlosen Straßenlaterne, an der ein Fahrrad lehnt, steht nicht in Westeuropa, auch nicht in Athen. Sondern in der osteuropäischen Provinz auf dem Balkan. Vor dem Haus steht eine alte Frau mit langem weißen Haar. Aus dem Haus hören wir die Schreie einer Geburt. Die wenigen Gegenstände in der dunklen Weite einer Bühne –...
