Aus dem Alltag der Revolution

Im März fand im HAU Hebbel am Ufer das Festival «Every Day. Feministische Kämpfe im postsozialistischen Europa» statt

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Im Jahr 2021 erschien das Buch «Revolutionary Life: The Everyday of the Arab Spring», in dem der iranisch-amerikanische Wissenschaftler Asef Bayat die Revolutionen des Arabischen Frühlings zu Beginn der 2010er Jahre erforscht.

Davon ausgehend denkt die im Exil lebende, belarussische Philosophin Olga Shparaga in ihrem erhellenden Beitrag «Die unglaubliche Revolution» über die Gemeinsamkeiten zwischen dem arabischen Frühling und der Revolution in Belarus 2020 nach: Die Proteste waren möglich, weil sich ganz gewöhnliche (ordinary) und die unterschiedlichsten Menschen an ihnen beteiligten – und dadurch manchmal zu außergewöhnlichen (extraordinary) Menschen wurden. Die Forderungen einer bestimmten Gruppe konnten sich in das Anliegen einer ganzen Gesellschaft verwandeln, weil die Proteste eine Vielfalt von Leitfiguren hatten und horizontal organisiert waren. Und noch etwas spielte in beiden Bewegungen eine zentrale Rolle: das Engagement der Frauen.

Diesen von Geschichtsbüchern ignorierten Heldinnen der alltäglichen Arbeit an gesellschaftlichen Veränderungen hat das HAU ein neuntägiges Festival mit geopolitischem Schwerpunkt in Osteuropa gewidmet. «Über Osteuropäer:innen wird viel ...

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Theater heute Juni 2025
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Anja Quickert

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