Späte Rache

Ivana Sokola und Jona Spreter «Eliza» (U) am Staatsschauspiel Nürnberg

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Bevor sich der Vorhang hebt, ist das ganze Theater angefüllt mit Stimmen aus Lautsprechern in allen Winkeln und Ecken des Raumes: Sprachund Wortfetzen, falsche Aussprache, Korrekturen, Nervositäten. Gleich soll es vorne auf der Bühne um jene «Eliza» gehen, die wir aus George Bernard Shaws «Pygmalion» kennen, wenn nicht eher noch aus dem Musical «My fair Lady». Aus dem unbedarften Blumenmädchen Doolittle will Professor Higgins eine sprechfähige Dame der Gesellschaft machen. «Es grünt so grün« ist quasi das Losungswort für die upper class.

Mit «Es grient so grien» kommt man da nie rein.

So weit, so angestaubt. Die Theaterautoren Ivana Sokola und Jona Spreter wollten die weltbekannte Geschichte, in der es um unerfüllte Liebe und eben auch um männlichen Machtmissbrauch geht, hübsch verpackt in eine romantische Story, allerdings nicht mehr so gelten lassen und haben sie fortgeschrieben. «Eliza» nennen sie schlicht ihr Werk und da liest man auch unbewusst irgendwie ein Ausrufezeichen mit: der Name wird zum Programm. Hier kommt eine, die sich durchgesetzt, die es geschafft hat in einer machodominierten Welt. Eliza kehrt nach Jahren in den alten Haushalt zurück und findet das bekannte ...

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Theater heute Juni 2025
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Bernd Noack

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