Die unsichtbare Regierung

Frédéric Sonntag «George Kaplan»

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Wir, die Gruppe George Kaplan, haben ein empfindliches Gemüt. Un­sere Zeit hängt uns zum Hals raus. Seit langem schon sind wir nur noch Gespenster unserer Existenz, Fahnenflüchtige, die durch ihre Rückzugsgebiete geistern. Wie durchsichtig wir uns selbst und der Welt erscheinen, erstaunt nur noch die Unaufmerksamsten unter uns.»

«George Kaplan» ist eine ebenso abgründige wie beunruhigende Komödie über unsere Zeit, dazu Diskurstheater im besten Sinne des Wortes: schnell, intelligent, aktuell.

Hinter der Präzision der Dramaturgie, die sich auch in der vollständigen Auffächerung aller Konflikte in Figuren und Dialogen zeigt, erkennt man rasch, dass der Autor vom Fach kommen muss – der Franzose Frédéric Sonntag, geboren 1978, ist nicht nur Autor, sondern auch Schauspieler und Regisseur. Ab jetzt wird man ihn auch in Deutschland zur Kenntnis nehmen müssen. Sein «George Kaplan» spielt mit unseren Sehnsüchten, Ängsten, Vorstellungen und unserer Skepsis, ob das alles so seine Richtigkeit hat, was uns da tagtäglich in den Nachrichten vorgesetzt wird.

Und «George Kaplan» ist ein verschwörungstheoretischer Rundumschlag, handelt es doch von der Allgegenwart totaler Überwachung, von der ...

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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 194
von Oliver Reese

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