Die unsichtbare Regierung
Wir, die Gruppe George Kaplan, haben ein empfindliches Gemüt. Unsere Zeit hängt uns zum Hals raus. Seit langem schon sind wir nur noch Gespenster unserer Existenz, Fahnenflüchtige, die durch ihre Rückzugsgebiete geistern. Wie durchsichtig wir uns selbst und der Welt erscheinen, erstaunt nur noch die Unaufmerksamsten unter uns.»
«George Kaplan» ist eine ebenso abgründige wie beunruhigende Komödie über unsere Zeit, dazu Diskurstheater im besten Sinne des Wortes: schnell, intelligent, aktuell.
Hinter der Präzision der Dramaturgie, die sich auch in der vollständigen Auffächerung aller Konflikte in Figuren und Dialogen zeigt, erkennt man rasch, dass der Autor vom Fach kommen muss – der Franzose Frédéric Sonntag, geboren 1978, ist nicht nur Autor, sondern auch Schauspieler und Regisseur. Ab jetzt wird man ihn auch in Deutschland zur Kenntnis nehmen müssen. Sein «George Kaplan» spielt mit unseren Sehnsüchten, Ängsten, Vorstellungen und unserer Skepsis, ob das alles so seine Richtigkeit hat, was uns da tagtäglich in den Nachrichten vorgesetzt wird.
Und «George Kaplan» ist ein verschwörungstheoretischer Rundumschlag, handelt es doch von der Allgegenwart totaler Überwachung, von der ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 194
von Oliver Reese
Anfang diesen Jahres, um genau zu sein: am 8. Februar 2015, hatten wir, Nicolas Stemann und ich, uns mit Elfriede Jelinek verabredet. Es war gewissermaßen ein Antrittsbesuch der zwei Neuen in dieser Stadt – Nicolas Stemann wird ab dieser Spielzeit Hausregisseur an den Münchner Kammerspielen. Viel mehr, als sich «Grüß Gott» zu sagen und die künstlerische...
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Was für ein furioses Solo: In extrabreitem Wienerisch donnert Stefanie Reinsperger den Bericht eines somalischen Piraten ins Akademietheater, der sich sein solides Handwerk nach dem Scheitern anderer beruflicher Perspektiven auf einer ordentlichen Piratenakademie u.a. mit einem kleinen Stipendium der Studienstiftung des somalischen Volkes angeeignet hat. Der...
