Clemens J. Setz: Die Erfindung
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Ein Schlafzimmer, C und S im Bett. Sie versuchen zu schlafen, aber werden durch großen Lärm aus der Wohnung über ihnen gestört. Aufgebrachte Stimmen, ein heftiger Streit, Gepolter, geworfene Gegenstände. Dazwischen immer wieder jammernde Kinderstimmen.
C Ah, jetzt kommen auch die Kinder dazu. Jetzt können wir’s vergessen.
S Ja.
C Letztes Mal habe ich den älteren Sohn von denen im Treppenhaus gesehen. Hat schon genau denselben wildfremden Blick wie sein Vater.
S Fürchterlich.
C Warum sterben die nie? Sie strengen sich jede Nacht so an, fallen übereinander her. Aber jedes Mal leben sie am nächsten Morgen wieder.
S Puuh, ich hab so Kopfweh. Ich mag schlafen.
C Es ist wie ein Computerspiel. Die bringen ein -ander jede Nacht um und entstehen dann neu.
S steht aus dem Bett auf und geht zum Türrahmen. Sie presst ihr Ohr dagegen.
C Was machst du?
S Psst. Manchmal kann man so den Schall aus den anderen Wohnungen besser hören. Ich will wissen, worum es geht.
C Worum wird es schon gehen.
S Wenn wir schon nie schlafen dürfen, will ich wenigstens den Grund –
Ein schwerer Gegenstand fällt um.
C So viel Hass und Energie. Die kauen bestimmt sogar im Schlaf aufeinander.
S Psst.
Sie lauscht.
C ...
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Theater heute Juli 2025
Rubrik: Das Stück, Seite 100
von Clemens J. Setz
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