«Carl auf Klo»
«Was macht man als Glück suchender Nicht-Philosoph?», fragt Carl Hegemann. «Vielleicht geht man ins Theater.» Und entwickelt so in seinem Text «Glücklich im Unglück» eine Art praxisbezogene Dramaturgie: «In der Tragödie bestimmt das Theater das Glück, indem es das Unglück ausspricht, vielleicht noch drastischer und deutlicher als dies im Bereich des reinen Denkens möglich ist.» Dass «Glücklich im Unglück» nach Einleitung und Opening der erste Beitrag des Sammelbandes «Dramaturgie des Daseins» ist, macht einen als Theatergänger auf jeden Fall, naja, glücklich.
Herausgeber Raban Witt hat für «Dramaturgie des Daseins» Texte versammelt, die Hegemann während der vergangenen 21 Jahre geschrieben hat: Programmheftaufsätze, Essays, Vorträge, Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge (auch für «Theater heute»). Dramaturgenalltag eben. Was fehlt: Die schon verhältnismäßig gut dokumentierten Jahre, in denen Hegemann ab 1992 Frank Castorfs Volksbühne programmatisch zu erfinden half. Stattdessen behandelt der Band Texte des späten Dramaturgen Hegemann, der sich nie längere Zeit fest an ein Haus binden will und der am Hamburger Thalia Theater, bei den Bayreuther Festspielen, an den Münchner ...
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Theater heute Dezember 2021
Rubrik: Bücher, Seite 71
von Falk Schreiber
«An Liebe stirbt man nicht», schrieb Jorinde Minna Markert kürzlich über Femizide im Theater, «man stirbt am Patriarchat.» Hier also noch so eine Bühnentote: «Yvonne, die Burgunderprinzessin». Eine unansehnliche, weitgehend stumme Frauengestalt, die der polnische Autor Witold Gombrowicz 1938 erfand. Als provokanter Störfaktor erscheint die Fremde eines Tages bei...
Dass Frauen in Theaterstücken unter sich bleiben, kommt derzeit häufiger vor. Im vorliegenden Fall leben eine Großmutter, Mutter und Tochter zusammen in einer Wohnung und verhandeln klassisches Dramenpotenzial. Die Tochter wurde, wie sie selbst sagt, von einer Minute zur anderen erwachsen: «Juhu / Mit 17. / Keinem Kuchen und keiner Kerze / Mit zwei blauen Strichen,...
ALTENBURG GERA, THEATER
12. nach den Gebrüdern Grimm, Das tapfere Schneiderlein
R. Manuel Kressin
ANSBACH, THEATER
4. Willemsen, Habe Häuschen. Da würden wir leben
R. Robert Arnold
16. Jacobs und Netenjacob, Extrawurst
R. Axel Krauße
BADEN-BADEN, THEATER
4. Tabori, Mutters Courage
R. Franziska Stuhr
BASEL, THEATER
4. nach Balzac, Verlorene Illusionen
R....
