Bremen: In den Highlands

David Greig «Der gelbe Mond»

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«Jetzt sind wir endlich in einer Geschichte», freut sich Leila. «Ich bin da.» Aber Leila täuscht sich, die Geschichte läuft schon längst: Möchtegern-Zuhälter Lee hat seinen Stiefvater (Andreas Krämer) erstochen, ist geflohen und hat das stille Mädchen auf seine Flucht mitgenommen, weil es nicht schnell genug Nein gesagt hat. Jetzt sitzen sie am Fluss, schauen Schiffen hinterher, am nächsten Morgen werden sie in die Highlands fliehen, und in Wahrheit ist die Geschichte jetzt schon zu Ende.

Was folgt, ist Naturmystik, ist ein Vater-Sohn-Drama, ist eine nur halb gelungene Mediengroteske.

Konradin Kunze hat David Greigs «Der gelbe Mond» am Moks inszeniert, der Jugendsparte des Bremer Theaters, und man kann nicht sagen, dass er es sich leicht gemacht hat. «Der gelbe Mond» startet als Sozialdrama aus den Plattenbauten Glasgows, macht ein paar Schlenker zur Kriminalerzählung des «Stagger-Lee-Blues» und verzettelt sich dann in der Geschichte einer Identitätssuche. Kunze, der 2002 als Schauspieler am Moks angefangen hatte, zuletzt aber viel am Jungen Schauspielhaus in Hamburg inszenierte, konzentriert sich nicht auf einen Aspekt des Stücks, er erzählt praktisch alle Handlungsstränge, die ...

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Theater heute April 2013
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Falk Schreiber

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