Im Himmel der Schmieranten
In den 1970er Jahren habe ich ihn eine Weile gekannt (und ich glaube, ich kannte ihn gut), und nur von dieser Zeit will ich hier erzählen. Es war die Zeit, als Jérôme Savary, der Franzose aus Argentinien, mit dem «Grand Magic Circus et ses Animaux Tristes», also dem Zauberzirkus mit den traurigen Tieren, die Enthusiasten beglückte. Nicht allein in Paris. Die Leute waren aus dem Häuschen, zum Beispiel in Hamburg, wo sie «Von Moses bis Mao», eine bunte, kindlich-dreiste Weltrevue erlebten, mit Zampano Savary, dem Conférencier auch der Weltuntergänge.
Man hätte das Wort «trash», das damals nicht so in Mode war, für ihn erfinden müssen
Es war aber vor allem die Zeit, als Savary an deutschen Theatern zu inszenieren begann. Das hat er lang und ausgiebig getan, mal gut, mal schlechter und manchmal grandios. Als Autor/Übersetzer und als Dramaturg habe ich 1977 und 1978 drei Mal mit Savary gearbeitet, bei der Offenbach-Operette «La Périchole» in Hamburg , beim «Pariser Leben» in der Frankfurter Oper, bei «In 80 Tagen um die Welt», wieder im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.
Ivan Nagel, der Intendant – und mit ihm fängt alles an –, kam schwärmend aus Paris zurück, sorgte dafür, dass die ...
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Theater heute April 2013
Rubrik: Akteure, Seite 44
von Bernd Wilms
Aachen, Theater
27. Kaurismäki, Lichter ziehen vorüber
R. Christina Rast
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
28. Dehler, Die Olsenbande dreht durch
R. Urs Alexander Schleiff
Augsburg, Theater
10. Herrndorf, Tschick
R. Fabian Alder
13. Voima, Ursprung der Welt
R. Ramin Anaraki
20. García Lorca, Bernarda Albas Haus
R. Anne Lenk
Baden-Baden, Theater
12. Dizaji, Pepe will’s...
Moritz Rinke ist vor zwanzig Jahren mal in der postdramatischen Performanceschmiede Gießen ausgebildet worden und hat sich danach dem Gegenteil verschrieben: dem well-made Play, das er auch eine Zeitlang Studenten des Szenischen Schreibens am Literaturinstitut in Leipzig beigebracht hat.
Klassisches Theaterhandwerk – das gilt hierzulande nicht automatisch als...
Es gibt noch gute Nachrichten aus Ungarn. Erst vor wenigen Monaten eröffnete in einem ehemaligen Budapester Gymnasium das Ujirány-Inkubator-Haus. Ein Atelier- und Studiokomplex auf der Budaer Seite und praktisch ein Geschenk von der Budapester Stadtregierung an die freie Szene von Hiphop bis Tanz, denn die Mieten sind preiswert und die größeren Räume auch für...
