Brave Menschen, böser Auftrag

Mark Ravenhill «Der Schnitt»

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Jeder erfüllt nur seinen Zweck. Von der Allmacht eines Regimes erzählt Mark Ravenhills neues Stück, und von der Ohnmacht des Einzelnen dem System gegenüber. Vom Totalitarismus also und von der Banalität des Bösen: Nichts umwerfend Neues, gewiss, andere haben es in (meist kurzlebigen) anderen Dramen auch schon getan. Dennoch muss es wohl immer wieder verhandelt werden, und so wird man «The Cut» als klassenzimmerfertiges Gebrauchsstück begrüßen, als zeitgenössisches Lehr- und Diskussionsstück. Als das es in der Tat solide konstruiert ist: ein britisches Wellmadeplay.



Ravenhill wirbelt die moralischen Standpunkte mit sicherer dialektischer Hand durcheinander und jagt seine Zuschauer von Empathie zu Abscheu, von Kritik zu Affirmation. Wenn sie dabei dennoch eher kühl bleiben, hat das mit dem unverhohlenen Konstruktcharakter des Dramas zu tun und mit der Dauerdistanz, die er herbeischreibt, indem er immer abstrakt bleibt, nie konkret wird.

Im Zentrum steht Paul, der Folterbeamte: In Konstanz sitzt er schon beim Einlass auf seinem Bürosessel und isst Butterbrot. Danach faltet er das Pergamentpapier sorgfältig zusammen, jaja, ein braver Mensch mit einem bösen Auftrag. Paul (Heimo Scheurer) ...

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Theater heute Mai 2008
Rubrik: Chronik, Seite 47
von Andreas Klaeui

Vergriffen
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