Bonn Schauspielhaus, Werkstatt: Schlimme Nächte

Georg Büchner «Lenz», Franz Xaver Kroetz «Nicht Fisch nicht Fleisch»

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«Jakob Lenz hätte Büchner als Freund haben müssen», schreibt Sigrid Damm, als sie 1987 die erste Lenz-Gesamtausgabe herausgibt. Leider war Lenz seit über 40 Jahren tot, als der junge Kollege Büchner auf dessen Werk stieß. Dennoch ist Büchner «der Erste, der das Ungewöhnliche von Struktur, Gestus und Weltsicht seiner Dramen begreift». Lenz’ «Soldaten» wurden zur Inspiration für «Woyzeck».

Und er setzte dem Freund aus einer anderen Zeit mit der Novelle «Lenz» ein ungewöhnliches Denkmal unter noch ungewöhnlicheren Umständen: Obwohl Büchner selbst gerade auf der Flucht ist und durchaus anderes zu tun haben könnte, als ginge es also wirklich darum, einem Freund in Not zu helfen, kompilierte er 1835 in einer Art Cut-up-Technik die Novelle «Lenz». Als Material dienen ihm Berichte des Pfarrers und Sozialreformers Oberlin sowie Lenz’ Briefe, verknüpft durch eine eigene literarisch dichte Textpassage. Sie handelt von Lenz’ Kampf gegen eine aufkommende Psychose, vermutlich Schizophrenie.

Die Zugewandtheit Büchners ist im Text spürbar, und sie ist es auch in den ruhigen Momenten der Inszenierung, mit der Armin Petras am Theater Bonn die Spielzeit eröffnet. Chris­tian Czeremnych, Christoph ...

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Theater heute November 2020
Rubrik: Chronik, Seite 47
von Cornelia Fiedler

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