Bonjour tristesse!

Wolfram Lotz hat ein Drehbuch geschrieben, Hannah Dörr einen Film daraus gemacht: «Das Massaker von Anröchte»

Theater heute - Logo

Was macht eigentlich Wolfram Lotz? Nach einem rasanten Start ins Bühnengeschäft mit «Der große Marsch» und «Einige Nachrichten an das All» 2011 wurde er 2015, da war er gerade 34, «Dramatiker des Jahres» mit dem Kolonialspiel «Die lächerliche Finsternis». Dann war vier Jahre Stille. Der Autor zog mit seiner Familie in ein elsässisches Dorf in der Nähe von Colmar und machte sich ans «Totaltagebuch», die akribische Notation eines Bewusstseinsstroms, ein ganzes Jahr lang, von morgens um 8 bis nachts um 1, wie er in einem Porträt in der SZ erzählte.

Er nennt es sein «Hauptwerk» – und löschte es. «Die Politiker», die 2019 Sebastian Hartmann am Deutschen Theater an seine «Lear»-Inszenierung hängte, brachten Lotz zurück ans Theater, waren aber vor allem ein fulminanter monologischer Sprechgesang, mehr Lyrik als Drama.

Ob er noch mal ans Theater zurückkehrt? Sein neuestes Werk ist ein Filmdrehbuch für einen Film, der vermutlich leider nie ins Kino kommen wird, aber nicht nur im Corona-bedingten Stream des Max-Ophüls-Preises in Saarbrücken zu sehen war, sondern auch das Schlingensief-Spektakel am koproduzierenden Theater Oberhausen zum 10. Todestag und 60. Geburtstag des Kunstaktivisten ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute März 2021
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Barbara Burckhardt

Weitere Beiträge
Unter Avataren

Im Foyer steht ein schmaler, blasser Vampir. Es ist Harald Wolff. Genauer, ein Avatar des Vorsitzenden der Dramaturgischen Gesellschaft (dg). Er selbst verbringt die Jahrestagung der dg vor dem Laptop, wie wir alle. Aber statt das alljährliche Treffen als die gefühlt 1642. Videokonferenz seit Corona zu veranstalten, hat die dg 2021 den Sprung ins noch Virtuellere...

Mülheim: Weibliche Stimmen

Stücke schreiben, Texte lesen – geht eigentlich immer, sollte man meinen, da können die Viren noch so mutieren. Doch für die Mülheimer Theatertage werden qua Reglement nicht nur Stücke gelesen und nominiert, sondern auch deren Inszenierungen, weshalb im Auswahlzeitraum mit 87 Stücken letztlich doch deutlich weniger Stücke als üblich zur Diskussion standen. 

Die...

«Wir müssen das Tempo rausnehmen»

Wolfgang Kralicek Die Wiener Festwochen 2020 waren fertig programmiert, als der erste Lockdown kam und irgendwann klar war, dass das Festival nicht wie geplant im Mai und Juni stattfinden kann. Diesmal ist es anders: Sie planen die Festwochen 2021, ohne zu wissen, ob und wie sie überhaupt stattfinden werden. Was ist besser? 
Christophe Slagmuylder Wenn Sie so...