Bochum: Handlanger des Neoliberalismus

Anders Lustgarten «Lampedusa» (DE)

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Diese Drecksjobs haben Hochkonjunktur: Stefano, ein arbeitsloser Fischer, ist auf Lampedusa angestellt, die Leichen der angeschwemmten Flüchtlinge zu entsorgen. Denise, Halb-Chinesin mit verarmter Mutter, finanziert ihr Politik-Studium in einer ärmlichen Gegend Englands als Eintreiberin für ein Inkasso-Unternehmen, nur einen Fingerbreit vom möglichen eigenen Absturz entfernt.

Der britische Autor Anders Lustgarten stellt sie in seinem 27 Seiten schmalen Stück mit dem Namen «Lampedusa» nebeneinander: zwei hart um ihren Aufstieg kämpfende europäische Figuren des Prekariats, zwangsweise zu Handlangern eines neoliberalen Systems gemacht. Die beiden begegnen sich nie, und dennoch gibt es Parallelen: Beide befreunden sich mit Menschen, zu deren Abwicklung sie eigentlich eingesetzt sind. Stefano mit einem Flüchtling, dessen Frau er dann noch aus dem Meer rettet, Denise mit einer verschuldeten, alleinerziehenden portugiesischen Mutter. Beide entwickeln darin Güte, Stärke und Mitgefühl – und überwinden dadurch ihre Einsamkeit und moralische Armseligkeit zugleich. So weit die frohe, utopische und geradezu märchenhafte Botschaft des Stücks, das nebenbei noch mit dem brutal-kapitalistischen ...

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Theater heute Mai 2016
Rubrik: Chronik, Seite 63
von Dorothea Marcus

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