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Stimmen und Körper
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Was habe ich erlebt. Weiß ich nicht. Keine Ahnung. Was habe ich erlebt? Wissen Sie, was Sie erlebt haben? Ich nicht. Ich meine das nicht im erkenntnistheoretischen, philosophischen Sinne. Ich meine das wirklich im lebensweltlichen Sinne, als Grundlage unserer Erfahrung, nein, als unsere Erfahrung.
Habe ich gestern ein Brot gegessen, oder was? Ja, glaube schon, Käse drauf, und Gurken. Oder was. Was erlebe ich gerade? Ich kann mein Denken zum Gegenstand machen oder meine Schulterschmerzen. Oder vielleicht ein Jucken hinterm Ohr, das gerade nicht da war, oder das Schaben der Hose an meinem Knie. Oder eben meine Vergangenheit. Wie steht das eigentlich genau mit der Entfremdung von Freund X? War ich da der ausschlaggebende Nervfaktor, oder er? Und sind wir überhaupt entfremdet? Neulich im Kino, war das so wie früher, oder war das so wie immer, oder war das anders und wird nie mehr besser? Das wird, je genauer zerdacht, umso mehr zu einem gallertartigen Ding ohne Rand oder Grenze. Leben wir vielleicht in einem ziemlich abscheulichen, menschenverachtenden und –vernichtenden ...
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Theater heute Mai 2016
Rubrik: Stück, Seite 99
von Thomas Melle
Es ist dieser Moment in Daniela Löffners angstfrei emotionaler Inszenierung von Brian Friels Turgenjew-Dramatisierung «Väter und Söhne», wenn tatsächlich jeder Widerstand bricht. Der pensionierte Militärarzt Wassilij Iwanowitsch Bazarow, ein großer Mann, der sich sehr klein fühlt und das hinter vielen Worten zu verbergen sucht, ist verstummt. Sein Sohn ist tot,...
Ein aufgerissenes Hemd, eine abgestreifte Hose, ein kurzes Stöhnen. Dann liegen sie wieder da auf ihrem Luxussofa ohne eine Idee, wie die Restzeit totzuschlagen sei – für immer und ewig. Hedda verdreht die Augen überm Wonnemund, Jörgen schaut verlegen weg, und vorbei ist es mit der Intimität des Scheinehepaars. Denn im Kleinen Haus des Staatstheaters Wiesbaden...
Am 3. Februar 2016 verschickte das Pressebüro der Berliner Festspiele folgende Mitteilung: «Die sieben Kritikerinnen und Kritiker der Jury des 53. Theatertreffens sichteten und diskutierten in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt 394 Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nach langer Diskussion kamen sie überein, in diesem Jahr keine Auswahl...
