Bloody Mess
Wo soll das hin? Wo gehöre ich hin? Zu welcher Stimme? Zu welchem Satz? «Is the microphone on?» Jeder, jede will heutzutage gehört werden. Mit was eigentlich? In «Signal to Noise» knabbert Forced Entertainment an dieser Verbindung von Signal und Geräusch, Sagen und Bedeuten, zerknickt und schreddert sie.
Forced Entertainment, kurz FE, fing 1984 an und wurde berühmt als Kollektiv, das Fehler feiert und Chaos komponiert, so übers Leben sinniert und über Theater und Shows als Lebensverfehlungsformen. Manchmal komisch, manchmal nicht, mit Tiefsinn ohne Überheblichkeit.
In ihrem Jubiläumsstück, das in PACT Zollverein in Essen Premiere feierte, haben sie ihre Stimmen verloren. Oder aufgegeben. Es gab ja großartige Stücke, in denen außer Sprechen kaum etwas passierte, in «Tomorrow’s parties» oder den überlangen «Quizzoola», «Speak Bitterness», «And on the thousandth night». Ganz ohne kam «Under Bright Light» aus, das Herumräumestück, und «Out of Order», das mit den schlechtgelaunten Clowns an einem Tisch, die unermüdlich «wasgucksdu» drohten.
Diesmal machen sie sich fremde Stimmen zu eigen. Oder umgekehrt: Die lassen sie spuren, machen sie zu Erfüllungsgehilfen: Sätze, Satzfetzen wie aus ...
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Theater heute Juni 2024
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Melanie Suchy
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