«Bittebitte, lass mich einfach verlieren»
Sie sind dreizehn. Sie sind Tänzerinnen. Sie sind ambitioniert. Sie sind Freundinnen. Sie sind Konkurrentinnen. Sie entdecken ihren Körper, und ihr Körper entdeckt sie. Sie sind voller Kraft. Sie wollen siegen. Zusammen sind sie eine kleine Armee. Zuzu, Ashlee, Amina, Conny, Sofia, Maeve und Luke. Sie wollen die Welt verändern, und sie könnten es; ob es gelingt – wir wissen es nicht.
Irgendwo in uns ist es noch, dieses 13-jährige Ich von damals, radikaler, empfindsamer, unschuldiger, wütender und impulsiver als das heutige. Clare Barron hat es ausgegraben und vervielfacht.
Sieben davon versammelt sie in einer Welt der Konkurrenz, Leistung, erwachender Sexualität und der Freundschaft. Auf den ersten Blick könnte man «Dance Nation» als ein klassisches Coming-of-Age-Drama lesen. Doch das wäre zu kurz gedacht, denn eigentlich verfasst Clare Barron einen Angriff auf unser neoliberales System.
Eine Gruppe tanzender Kinder auf der Schwelle zum Erwachsenendasein. Sie wollen die National Championships gewinnen. Angetrieben werden sie von Tanzlehrer Pat und einer Mom, die gleichsam alle Moms verkörpert, was ein kluger Kniff ist: Die einzige, aber komplexe Funktion dieser Mom ist die ...
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Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Neue Stücke, Seite 136
von Nora Khuon
Wie wir ausschauen? Fünf Kilo, mindestens. Wahrscheinlich acht. Wenn wir so weiterfressen, kriegen wir noch eine Postleitzahl. Bald ist unsere Anziehungskraft so groß, dass Monde um uns kreisen. Dabei war für uns extrem attraktive Menschen die Maskenpflicht anfangs eine enorme Benachteiligung. Und jetzt? Mir passt keine Hose mehr.
Seit der Paketzusteller unsere...
Ein Gespenst geht um in Europa: der Schwarze Block. Gespenster tauchen nicht auf Nachfrage auf, sie haben keine Mailbox. Sie sind einfach da. Aus bürgerlicher Sicht ist der Schwarze Block ein Gespenst, ungreifbar zwischen Pflastersteinen, linken Jargon-Brocken und zerbrochenem Glas. Mit seinem neuen Stück für das Gorki Theater versucht Kevin Rittberger, den Block...
«… mir fiel andererseits bereits auf, dass zwar viel geschah,
was mir nicht gefiel, aber doch nie genau das, was ich mir
zuvor besorgt ausgedacht hatte. Der Lauf der Dinge überschrieb meine Phantasie unentwegt.»
Dietmar Dath
Als wir vor zwei Jahren eine Version von Natascha Gangls Text «Die große zoologische Pandemie» in unseren Spielplan hineindachten, ahnten wir...
