Das Böse und Kaputte

Rainald Goetz «Reich des Todes»

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Endlich ist sie da, die lang erwartete neue Arbeit von Rainald Goetz für das Theater, über zwanzig Jahre nach der letzten Uraufführung «Jeff Koons» (1999 am Schauspielhaus Hamburg).

Und was für ein Opus Magnum, fünf Akte zuzüglich eines Prologs und eines Epilogs, 106 eng beschriebene Seiten umfasst das Manuskript. Dem Stück als Motto vorangestellt ist eine Zeile des apostolischen Glaubensbekenntnisses: «hin­abgestiegen in das Reich des Todes».

Desweiteren: «TAUFE», der Ritus, der den Täufling an Chris­tus’ Abstieg in das Reich des Todes und an seiner anschließenden Auferstehung teilhaben lässt, ihn von Schuld und Sünde reinigt. Wo sind wir? «Zeit In den Nullerjahren, Ort Im Krieg» schreibt Goetz unter das Figurenverzeichnis, SCHLUCHT nennt er den ersten Akt, und schon diese wenigen Angaben verweisen auf den Werkzyklus «Schlucht», den er seit 2007 publiziert: Vier Bücher sind bisher erschienen (der Tagebuchessay «Klage», die Prosaskizzen «loslabern», der Fotoband «elfter September 2010, Bilder eines Jahrzehnts» und der Roman «Johann Holtrop»), alle verarbeiten die erste Dekade des 21. Jahrhunderts.

Was war das für eine Zeit? Schon im Titel des Bildbandes der Hinweis auf das ...

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Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Neue Stücke, Seite 143
von Rita Thiele

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