Birth, School, Work, Death

nach Michel Houellebecq «Serotonin» am Hans-Otto-Theater Potsdam

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Ein leerer Raum. Weiße Wände, weiße Sitzbank. Und Florent, weißer Rollkragen, weiße Hose, weiße Socken in weißen Sneakers (Kostüm Adriana Peretzki). Ein Mann, nicht mehr jung, noch nicht alt, angegrautes, halblanges, strähniges Haar. Tonlos beginnt Florent, von seinem durchschnittlichen Leben zu erzählen, eine Suada der Enttäuschungen: Kindheit, Studium, Arbeit, Sex. Oder, wie einst die Godfathers sangen: Birth, School, Work, Death.

Irgendwann macht er sich auf die Reise, durch die französische Provinz, in der die sogenannten «Gelbwesten» um Anerkennung ringen, am Ende soll der Suizid stehen. Der bis auf Weiteres aufgeschoben ist: Florent befindet sich, das deutet die klinisch weiße Umgebung an, in Behandlung, unter Umständen ist er sediert. Immer wieder werden Antidepressiva mit dem Wirkstoff Serotonin erwähnt, die einerseits die Stimmung aufhellen, andererseits aber die Libido hemmen, was den bekennenden Erotomanen Florent sichtlich belastet. Leise, kaum hörbar spricht Guido Lambrecht diesen Lebensbericht, traurig, mit leerem Blick und schwacher Stimme. Und sonst passiert nichts. Über Stunden.

Sebastian Hartmann schuf zuletzt als Regisseur und sein eigener Bühnenbildner ...

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Theater heute März 2026
Rubrik: Chronik, Seite 63
von Falk Schreiber

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