Biologische Uhren und Turbokapitalismus
Und wenn ich mich trotzdem vermehren will? Sie hat die Schnauze voll von scheiternden Beziehungen und den endlosen Was-wäre-wenn-Gesprächen und Selbstbefragungen, die irgendwann einmal zu der Zeugung eines gemeinsamen Kindes führen könnten. Sie entscheidet sich, eigenständig zu handeln.
Und trifft auf den Arzt, einen erfolgreichen Reproduktionsmediziner, der legale Fragen und die ethisch-moralischen Aspekte seiner Arbeit großzügig ignoriert.
Für ihn stehen die Wünsche seiner Patientinnen im Vordergrund, zu deren Erfüllung er die gesamte Palette der medizinischen Möglichkeiten ausschöpft.
Der Arzt und seine Kinderwunschpatientin merken schnell, dass sie noch ein weiteres gemeinsames Interesse haben: Kapital. Er will seine Praxis vergrößern, sie arbeitet bei einem Finanztechnologieunternehmen und wittert in seiner Branche das neue große Ding. Und so schließen sie einen Pakt: Er macht ihr ein Kind, und sie besorgt ihm die Investoren, die aus seiner Praxis ein globales Unternehmen machen.
Das Figurenpersonal wird vervollständigt durch den Assistenten, den der Arzt als Avatar für die Spendermänner der Samenzellendatenbank einsetzt, der gleichzeitig aber auch eine ganz eigene Agenda ...
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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 172
von Katja Herlemann
Bei Shermin Langhoff hängt ein Kunstwerk von Silvina Der-Meguerditchian, auf dem steht «Dert var gelir geçer, dert var deler gider» – es gibt Sorgen, die kommen und gehen, und es gibt Sorgen, die kommen, hinterlassen ein Loch und gehen dann. Diese Löcher untersucht Yael Ronen in ihren Stücken.
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