Aachen: Mit Ausrufezeichen!
Drei Nachkriegs-Helden der an Sonderlingen reichen deutschen Literatur sitzen hinter Gittern, heil- und pflegebedürftig und schwer erziehbar. Kriminelle, ästhetische Existenzen. Künstlernaturen. Sie heißen, in der zeitlichen Reihe ihres Auftretens: Felix Krull, Oskar Matzerath und Siggi Jepsen. Am schwersten von ihnen hat es nicht der humoristisch polyglotte Hochstapler, nicht der die Welt wach trommelnde Knirps, sondern der kleptomane «Wittwitt» aus Rugbüll. Alle drei aber vertrauen aufs Wort und geben es uns.
Sie sprechen oder schreiben sich frei, psychisch angeknackst von ihrer Herkunft, der deutschen Vergangenheit, dem deutschen Wesen, von dem sie genesen müssen.
Im Theater Aachen sitzen fünf Siggis in grauen Joppen und weißen Hemden um einen Tisch und suchen krampfhaft verzweifelt nach dem rechten Wort. Es will nicht heraus. Ihre Strafarbeit als Sprach- und Kopfarbeit. Siggi soll sich in einem Aufsatz mit dem Thema «Die Freuden der Pflicht» beschäftigen, was dem Interesse der Anstalts-Psychologen am Fall Jepsen dient und dessen phobischem Verhalten. Seine Obsession zwingt ihn, Bilder zu «retten» bzw. zu stehlen und zu verstecken. Der den Zögling umgebende, verbunkerte ...
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Theater heute Mai 2016
Rubrik: Chronik, Seite 62
von Andreas Wilink
Don’t talk, act!», fordert eine junge Künstlerin die Herren der Theaterleitung des Soweto Theatre auf, die wie viele andere in die Jahre gekommenen Befreiungskämpfer eine eher durch Korruption denn durch politische Erfolge glänzende Elite Südafrikas repräsentieren. In dem erst vor vier Jahren eröffneten Theater mitten in den South Western Townships von Johannesburg...
Jesko
Malte
Johannes
Konstantin
Lehrerin (Katja)
Bettina
Sandra
Beamter
Reporter
Stimmen und Körper
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Was habe ich erlebt. Weiß ich nicht. Keine Ahnung. Was habe ich erlebt? Wissen Sie, was Sie erlebt haben? Ich nicht. Ich meine das nicht im erkenntnistheoretischen, philosophischen Sinne. Ich meine das wirklich im lebensweltlichen Sinne, als Grundlage...
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