Beweglicher werden
Keine Versammlungen mehr, kein Gegenüber mehr von Mensch zu Mensch – das war und ist hart für Theaterleute in Zeiten der Pandemie. Aber mindestens ebenso hart und zutiefst verunsichernd ist die allgemeine Planungsunsicherheit. Die darstellende Kunst ist zwar eigentlich die spontanste und unmittelbarste aller Künste. Es ist ja gerade ein Wesensmerkmal des Theaters, dass es formal und inhaltlich schnell auf Krise und Veränderungen reagieren kann. Theater jedoch, wie wir es heute kennen, ist unfassbar planungsintensiv und unflexibel. Das hat man gemerkt in der Pandemie.
Das fein verästelte, filigran gesponnene, riesige, vielfach weltweite Netz von komplexen Verabredungen, Abläufen und Plänen, aus denen jedes einzelne Theater ebenso wie die Theaterlandschaft als Ganzes besteht, wurde jäh zerrissen. Es ist nicht mal eben schnell neu geknüpft. Schon gar nicht, wenn sich die Rahmenbedingungen ständig weiter verändern und kein Ende in Sicht ist. Vor allem dort, wo nach alter Schule oben gedacht und unten gemacht wird, fallen kurzfristige Anpassungen schwer. Wohl der Institution, die in so einer Situation beweglich ist.
Die Debatte darüber, was nötig und was möglich ist, hat durch die ...
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Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Antworten auf die Zukunft, Seite 54
von Anja Dirks
Eine weiträumige Szene, mit Öffnungen nach allen Seiten», ein unbestimmbarer Ort. Vielleicht in der spanischen Provinz Avila, vielleicht in Humpolec in Böhmen. «Zeit: jetzt oder sonstwann». Passanten, einzeln und in Grüppchen, sich nach und nach zerstreuend. «Doch nein: einige von uns sind auf dem Plan geblieben, einer mehr vorn, eine andere eher im Hintergrund,...
Einen besonders heldischen Eindruck macht Clara nicht. Alleinstehend, Mitte 40, mit heftig pubertierendem Sohn, der beim Vater und seiner neuen Freundin lebt und den sie nur am Wochenende sieht. Sie ist eine von Ewald Palmetshofers «Verlorenen», dem Stück des Jahres, die zwar erkennbar von der Erfolgsspur abgekommen sind, die eine urbane Mittelklasse vorzeichnet,...
Zoom-Meeting mit Barbara Mundel und Matthias Lilienthal. Beide sitzen in den Münchner Kammerspielen, aber in verschiedenen Räumen.
Theater heute Wir sind überrascht, Sie vereinzelt zu sehen – Abstand hin oder her. Sie haben schließlich schon mal an der Volksbühne ein Büro miteinander geteilt?
Matthias Lilienthal Zweimal. In Berlin und vorher in Basel.
Barbara...
