Gesellschaft neu denken
Beschleunigung in allen Lebensbereichen war ein fundamentales Phänomen unserer Zeit. Denn höher, schneller, weiter ist das inhärente Credo des Kapitalismus. Entschleunigung zu denken oder zu entwerfen, galt bislang als kritische Position. Dann kam Corona. Lockdown. Stillstand. Zeit zum Nachdenken – auch über die Zukunft des Theaters. Zeit zum Nachdenken, wie Theater- und Kunstproduktion Relevanz entfalten können, während und nach der Krise. Um genau zu sein: nach der Corona-Krise – denn eine komplexe globale Krise war auch vor der Pandemie schon da.
Die Klimakrise mit Unwettern zuvor unbekannten Ausmaßes, Verschmutzung der Meere und des Festlandes, Erderwärmung. Die Krise der wachsenden Ungleichheit zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden, die sich nach dem Ende des Kolonialismus ökonomisch fortgeschrieben hat. Flucht- und Migrationsbewegungen, die von der Ungleichheit maßgeblich
produziert werden. Zunehmende Präsenz rechter und völkischer Parteien und Regierungen in Europa und den Amerikas. Die Krise der wachsenden sozialen Gräben in Europa. Jugendarbeitslosigkeit, Prekarisierung von Arbeit, aber auch klassenorientierte medizinische Versorgung in vielen Teilen der ...
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Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Antworten auf die Zukunft, Seite 46
von Amelie Deuflhard
B
Clare Barron
Dance Nation (Theater Hannover)
Sébastien Blanc und Nicolas Poiret
Zwei Lügen, eine Wahrheit (Theater Freiberg Döbeln)
C
Ivan Calbérac
Weinprobe für Anfänger (Theater Heilbronn)
D
Rébecca Déraspe
Bärenfalle (Theater Poetenpack/Theater Brandenburg)
Teresa Dopler
Monte Rosa (Theater St. Pölten)
Claire Dowie
Buy little buy less buy nothing at...
Im Grunde ist Corona eine Art von biologischem Aktivismus. Das globale Virus funktioniert wie eine «Occupy»-Aktion, die in London oder New York die Straßen lahmlegt. Und in dieser zwangsvollstreckten Pause eine andere Art von Gespräch erzwingt oder ermöglicht. Diese Ausnahmesituation erinnert mich an die Generalaussprache der Revolution von 1989 – auch sie hat die...
Triumphal endet die fünfjährige Intendanz von Matthias Lilienthal: Zum zweiten Mal in Folge sind die Münchner Kammerspiele mit großer Mehrheit das Theater des Jahres. 13 Kritiker*innen fanden, dass der anfangs noch holprige Versuch, ein Stadttheater mit einem internationalen Produktionshaus zu kreuzen, immer reichere Früchte getragen hat. Auf Platz zwei liegt mit...
