Gesellschaft neu denken
Beschleunigung in allen Lebensbereichen war ein fundamentales Phänomen unserer Zeit. Denn höher, schneller, weiter ist das inhärente Credo des Kapitalismus. Entschleunigung zu denken oder zu entwerfen, galt bislang als kritische Position. Dann kam Corona. Lockdown. Stillstand. Zeit zum Nachdenken – auch über die Zukunft des Theaters. Zeit zum Nachdenken, wie Theater- und Kunstproduktion Relevanz entfalten können, während und nach der Krise. Um genau zu sein: nach der Corona-Krise – denn eine komplexe globale Krise war auch vor der Pandemie schon da.
Die Klimakrise mit Unwettern zuvor unbekannten Ausmaßes, Verschmutzung der Meere und des Festlandes, Erderwärmung. Die Krise der wachsenden Ungleichheit zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden, die sich nach dem Ende des Kolonialismus ökonomisch fortgeschrieben hat. Flucht- und Migrationsbewegungen, die von der Ungleichheit maßgeblich
produziert werden. Zunehmende Präsenz rechter und völkischer Parteien und Regierungen in Europa und den Amerikas. Die Krise der wachsenden sozialen Gräben in Europa. Jugendarbeitslosigkeit, Prekarisierung von Arbeit, aber auch klassenorientierte medizinische Versorgung in vielen Teilen der ...
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Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Antworten auf die Zukunft, Seite 46
von Amelie Deuflhard
Schon seit der Erfindung der modernen Polizei gehören zu ihrer grundlegenden Architektur der unauflösbare Widerspruch zwischen Recht und Unrecht und ein unkontrollierbares Gewaltpotenzial. Dieser Gedanke hat Björn SC Deigner dazu bewogen, Friedrich Schillers Fragment «Die Polizey» als Ausgangspunkt für die eigene Fortschreibung und Untersuchung der dunklen Punkte...
eine kleine shutdown-chaconne
fürs große leere burgtheater
willkommen in der irrelevanz
und
viel spaß
musik
tomaso antonio vitali – chaconne in g minor
fka twigs – home with you
johann jakob froberger – suite no 12 in C major (lamento sopra la
dolorosa oerdita della real msta di ferdinando iv)
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hinten ein paar geigen
die einfach keine ruhe geben wollen
zwei drei...
Es war bei einer diesen morgendlichen Diskussionen, vor der eigentlichen Probe, als wir ganz nah beieinander an einem Tisch saßen. Ein Schauspieler beschrieb, wie ein anderer Schauspieler gespielt hat, und benutzte das Wort «souverän». Dann sagte jemand anderes :«Ja, souverän! So souverän.» Ich wusste nicht, was souverän bedeutet. Es klang fremd. Wahrscheinlich,...
