Beseeltes Singspielen
Eine Woche nach dem Unglück von Smolensk – das Warschauer Theatertreffen war umgehend abgesagt worden – hatte man auch in Wroclaw abzuwägen, ob die lange geplante Eröffnung der Na-Grobli-Villa zu verschieben wäre. Etwas abseits am Ufer der Oder gelegen, soll das Fabrikantenanwesen vom Ende des 19. Jahrhunderts mit seinen großzügigen Räumlichkeiten nun als zweite Spiel- und Begegnungsstätte neben Grotowskis recht beengtem Laboratorium am Marktplatz dienen.
Wo der Meister von 1965 bis 1982 praktizierte, residiert seit einigen Jahren schon das nach ihm benannte Institut im Range einer nationalen Einrichtung und zugleich auch als internationale Anlaufstelle für Aktivitäten im Geiste Grotowskis.
Schwere Prüfung
Aus Recherche-Reisen von Stipendiaten im Kaukasus ging 2003 die hauseigene Theatergruppe ZAR hervor. In Georgien beschäftigten sie sich mit uralten polyphonen Gesängen vom Beginn des Christentums, und von diesen Expeditionen in entlegene Musikkulturen brachten sie auch den Namen mit: «Zar» ist ein bestimmter Bestattungsgesang im georgischen Hochkaukasus. Zurück in Polen begannen sie, das Liedgut in szenischen Zusammenhängen zu bearbeiten. Unter der Leitung von Jaroslaw Fret, ...
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«Drei Chinesen mit dem Kontrabass» ertönt es fröhlich von der Werkstattbühne des Theaters Ingolstadt. Zwei Frauen und drei Männer in Trainingshosen und kleinen Kochmützchen sitzen beinebaumelnd am Rand einer engen Vertiefung, wärmen sich für ihren Auftritt auf. Über ihnen, an großen Haken, hängen Küchenutensilien und Zutaten. Die restliche Bühne ist mit Matratzen...
Natürlich sind wir Kulturkonsumenten politisch wahnsinnig gebildete Zeitgenossen. Sobald es allerdings um etwas mehr als die (griechische) Staatspleite oder Guido Westerwelles Vorstellungen von «spätrömischer Dekadenz» geht, können sich durchaus Wissenslücken auftun. Wieso bissen sich zum Beispiel Nikita Chruschtschow und Walter Ulbricht bei ihrem Treffen am 1....
Peter Zadek hat 1966 im Bremer Theater «Die Räuber» inszeniert, Wilfried Minks hat ihm einen Comic-Strip-Guerillero mit Maschinenpistole im Stile Roy Liechtensteins als Bühnenbild gemalt, Bruno Ganz spielte die Kanaille Franz Moor – und Theaterdeutschland bebte fast so wie der Mannheimer Theatersaal bei der Uraufführung von Friedrich Schillers Stück am 13. Januar...
