Fastfood fatal
«Drei Chinesen mit dem Kontrabass» ertönt es fröhlich von der Werkstattbühne des Theaters Ingolstadt. Zwei Frauen und drei Männer in Trainingshosen und kleinen Kochmützchen sitzen beinebaumelnd am Rand einer engen Vertiefung, wärmen sich für ihren Auftritt auf. Über ihnen, an großen Haken, hängen Küchenutensilien und Zutaten. Die restliche Bühne ist mit Matratzen ausgelegt. Kleine Tischlampen in verschiedenen Farben und Stilen markieren die weiteren Spielorte.
Schon ruft die Arbeit: Die fünf rutschen hinunter in die winzige Küche des Schnell-Restaurants «Der goldene Drache», die Bühnenbildnerin Valentina Crnkovic in der Mitte der Bühne versenkt hat. «Nummer 83 Pad Thai Gai», «Nummer 101 Suki Yaki» schallt es durch den Raum.
Es sind Zerrbilder westlicher Projektion, die hier kochen, braten und servieren. So konsequent wie penetrant ergänzen sie deshalb bei jedem Gericht die Beschreibung aus der Speisekarte: «Gebratenes Rindfleisch mit Morcheln, Bambus und Glasnudeln» etc. – ein geschirrklappernder Begleitchor zu den flapsig erzählten kleinen und großen Dramen, die sich hier und in den Nachbarwohnungen abspielen: Eine junge Frau ist schwanger – eher aus Versehen; ein hohler Zahn ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Fernsehen
Dienstag, 1.
12.25, Theaterkanal: verliebt - verirrt - verwirrt – integratives Theaterprojekt nach Shakespeares «Sommernachtstraum», Eisenhans Theatergruppe des Thalia Theaters, Hamburg
19.00, Theaterkanal: Theaterlandschaften: Deutsches Theater in Göttingen – mit Esther Schweins
22.25, 3sat: FOYER – Das Theatermagazin – mit Esther Schweins
1.00,...
THAenne Quiñones, Matthias Lilienthal, beide arbeiten Sie seit Jahren mit Gruppen des sogenannten freien Theaters. Ist das in einer sich pluralisierenden Theaterlandschaft, in der freie Theatermacher zunehmend vom Stadttheater aufgesaugt werden, überhaupt noch ein trennscharfer Begriff, der über die Produktionsbedingungen hinaus irgendetwas aussagt, zum Beispiel...
Eine Stadt hat Fieber. Die Stadt heißt Wittenberge, und vier Monate lang hat sich das Maxim Gorki Theater in Berlin in seinem Projekt «Über Leben im Umbruch» in Uraufführungen, Podiumsdiskussionen und Filmabenden mit dem Soziotop dieser schrumpfenden Stadt beschäftigt. «Fieber», das neue Stück der Mecklenburgerin Juliane Kann, bildet den Abschluss dieses Crossovers...
