Beim Sex und in der Kunst gibt es keinen Fortschritt
Schauspielstudenten haben es gut. Sie werden oft schon beim zweiten Intendantenvorspiel oder Schauspielschultreffen aus dem dritten Ausbildungsjahr direkt ins Stadttheater weggecastet (für Schauspielstudenten machen Hochschulreform und Bachelor daher wirklich Sinn) – ein staatlich subventionierter Übergang in den Beruf. Nur der Fokus Regie hat sich bei den betreffenden Förderstellen noch nicht herumgesprochen, obwohl sie mit insgesamt elf deutschsprachigen Regiestudiengängen die theoretische und praktische Ausbildung außerhalb des Theaters finanzieren.
Aber irgendwie muss man dann ja auch von außen in das Theater reinkommen.
«Die Studierenden hatten einfach kein Podium in der Stadt, um öffentlich wahrgenommen zu werden», sagt die Hamburger Dozentin Barbara Müller-Wesemann. Darum suchte sie 2002 nach Partnern, um dieses Defizit gleich für alle anderen Hochschulen mit zu beheben. Sie gewann Thalia-Intendant Ulrich Khuon für ihre Idee, einmal im Jahr jeweils eine Arbeit aller deutschsprachigen Regiehochschulen in die Gaußstraße einzuladen, und ihr Chef Jürgen Flimm, damals noch Künstlerischer Leiter des Studiengangs Schauspielregie der Uni Hamburg, konnte den Deutschen Bühnenverein ...
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David checkt seine Mails. Das bleiche Licht des Bildschirms färbt sein Gesicht gespenstisch. Und das nicht von ungefähr, denn David (Andrea Bettini) gehört zur Gattung der Untoten, Untergruppe: einsamer Mann Mitte 40, im Geschäftsleben erfolglos, im Gefühlsleben erkaltet. Mit Liegestütz und Sit-ups beweist er sich, dass noch Energie in ihm steckt. Nebenher...
Vor ziemlich genau zwei Jahren, nachdem sie eine «Lenz»-Aufführung in Berlin gesehen hatten, fragten mich die Chefdramaturgin und der Generalintendant des Weimarer Nationaltheaters begeistert («Was für eine starke Form!»), ob ich nicht Lust hätte, «Faust» in Weimar zu inszenieren. Den ganzen. Gott sei Dank habe ich mich nur um den zweiten Teil gekümmert, sonst...
