Beim Friseur mit Kanzler Scholz
Meine Haare sind splissig, ich könnte rasen vor Wut. Beim Frisör in Altona lasse ich mir für 4,99€ einen Olaf-Scholz-Haarschnitt machen. Im Klatschmagazin lese ich, dass Olaf damals die von der UN-Menschenrechtskonvention als Folter deklarierte Brechmittelgabe in Hamburg durchgewunken hat. Rechtswidrig kotzende Leute sind daran gestorben. Er lächelt bodenständig von der Titelseite. Ich lächele zurück. Zum Glück lebe ich nicht in Nordkorea, denke ich, und fahre mir durch die Stirnfransen, da sollten ja angeblich alle die Frisur von Kim Jongun oder seiner Frau bekommen.
Dieser Backstreet-Boy-Mittelscheitel steht mir gar nicht. Meine Nachbarin unter der Trockenhaube schwadroniert vom Untergang des Abendlandes. Guten Abend, gute Nacht, von Englein bewacht. Morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder gewürgt.
Ich blättere zum großen Kanzler-Sommerquiz. Trotz Korruptionsaffäre Mann des Volkes geblieben. Herr Kanzler, was ist Ihr Geheimnis für babyweiche Haut? Als alter Hamburger: Wie stehen Sie zur Kl-gestützten Überwachung im Bahnhofsviertel? Begrüßen Sie den technischen Fortschritt und dass die künstliche Intelligenz nun bei verdächtigen Bewegungen Alarm schlägt? Ist Contemporary ...
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Theater heute Jahrbuch 2024
Rubrik: Ärgernisse, Seite 98
von Amanda Babaei Vieira
Früher bedeckten mich meine Triggerpunkte wie eine zweite Haut. Man hätte sie benutzen können, um einen hochauflösenden Wut-Avatar von mir zu erstellen und auf den Cyberspace loszulassen. Virtuelle Verwüstung wäre garantiert gewesen. Mit kleinen Abstrichen galt das auch im richtigen Leben, und wenn ich richtiges Leben sage, meine ich natürlich die Kunst.
Im Theater...
A Sina Ahlers
Milch & Schuld (Staatstheater Kassel)
Emre Akal
nach Henrik Ibsen: Barrrbie ein Puppenheim (Thalia Theater Hamburg)
Sally Anger
Blockflötenkomödie (AT) (Junges Nationaltheater Mannheim)
B Olga Bach
Im Ferienlager (Schauspiel Stuttgart)
Ingeborg Bachmann und Max Frisch
Wir haben es nicht gut gemacht. Nach dem Briefwechsel (Schauspiel Frankfurt)
L...
In Sachsen wird dieses Jahr die Demokratie verteidigt. Auch in Thüringen und Brandenburg. Drunter wird das nichts. Die Erzählung wird überall die gleiche sein: Antidemokraten gegen Demokraten. Mit dem Ergebnis kurioser Parteienbündisse und Parteivorsitzender in Erklärungsnot sowie einer rechten Minderheit (auch 30 Prozent sind eine Minderheit), die lauthals nach...
