Bamberg: Guter Rat und schöne Worte
Dieses Land hat doch nur begrenzte Möglichkeiten. Zumindest für Menschen wie Khalil. Er wurde zwar in Amerika geboren, doch seine Eltern sind bosnische Einwanderer. Sie sind muslimisch, und Khalil und sein Bruder Amir erfahren an Leib und Seele, was es heißt, «anders» zu sein. Ein Spiel zwischen Anpassung und Radikalisierung beginnt so in Morton Rhues Stück «Dschihad Online», und es wird schlecht ausgehen: moralisch für das westliche Land, ganz konkret mit Ausweisung der beiden Brüder, die den Halt verlieren und den Glauben daran, dass es vielleicht doch bessere Welten geben könnte.
Wie schon in «Die Welle», wo es um die Anfälligkeit für nationalistisches Gedankengut ging, vermeidet es der amerikanische Autor Rhue auch jetzt, einem gesellschaftlichen Problem mit einfachen Lösungsvorschlägen beizukommen. Im Gegenteil: In «Dschihad Online», uraufgeführt am Bamberger Theater, bleibt bis zum Ende ein provozierender Gedanke im Raum. Ist es wirklich so verwunderlich, dass junge Moslems mit dem «Islamischen Staat» sympathisieren, wenn sie miterleben müssen, wie die westliche Welt auf den Glaubensinhalten herumtrampelt und im Namen der «Freiheit» Krieg führt gegen Andersdenkende? Was ist ...
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Theater heute Juni 2018
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Bernd Noack
Aachen, Grenzlandtheater
2. nach Bergman, Szenen einer Ehe
R. Harald Demmer
Aalen, Theater der Stadt
10. Klöcker, Alle irgendwie manchmal
R. Anne Klöcker und Klara Sandmann
30. Shakespeare, Was ihr wollt
R. Marlene Anna Schäfer
Altenburg/Gera, TPT
10. Molière, Der eingebildete Kranke
R. Manuel Kressin
Ansberg, Kultur am Schloss
16. nach Molière, Tartuffe
R. Markus...
Es ist eine Art Lackmustest für Jo Fabian, der seit dieser Spielzeit neuer Schauspieldirektor in Cottbus ist und das Publikum für seine Art von Theater erst noch gewinnen will und muss. Nach zwei eigenen Regiearbeiten – «Wilhelm Tell» und «Onkel Wanja» –, die sich beide an klassischen Dramentexten orientieren, ruft er nun zum Aufbruch, zur «Terra In Cognita». Ein...
Schwarz wölbt sich das tonnenförmige Dach empor, weit sichtbar über der Stadt. Weiß schichten sich Platten am Ufer des Fjords, zwischen ihnen glänzen blaue Fensterreihen hervor. Nüchtern ragt der pyramidenförmige 50er-Jahre-Bau in die Höhe, seine Schlichtheit feiert keine architektonischen Triumphe. Wie sich Theaterbauten im Stadtraum zeigen – hier in Lyon, Oslo...
