«Ein bisschen die Heimat unterstützen»
Steht man vor dem Friedensgrenze e.V., fühlt man sich sofort in die Zeit vor 1989 versetzt. Das ehemalige Kulturhaus und Kino in Guben, direkt an der Oder, trägt stolz seine Patina des Umbruchs. Im Inneren befindet sich noch die alte Kinokasse, im Foyer verkauft der örtliche Trägerverein, der sich seit einigen Jahren um das Gebäude und seine kulturelle Bespielung kümmert, Getränke. Angepriesen wird etwa eine Lesung von Putinversteherin Gabriele Krone-Schmalz, an der Kasse begrüßt ein mittelalter Mann mit blauem Friedenstauben-T-Shirt die Besucher an diesem Sonntagnachmittag.
Draußen verkündet ein Plakat in großen Lettern «Widerstand».
Das ist aber in diesem Fall keine politische Handlungsaufforderung, sondern schlicht der Titel des Stücks von Lukas Rietzschel. Die Aufführung findet im leergeräumten Kinosaal seine perfekte Kulisse. Bühnenbildnerin Anne Hölzin -ger muss mit den drei kleinen Bühnenräumen im Saal nur geringfügig präzisieren. Regie führt Wolfram Scheller, es spielt die freie Theatergruppe theater.land aus Potsdam.
Die Inszenierung ist Teil des Lausitz Festivals unter der künstlerischen Leitung von Daniel Kühnel, das die seit 2020 am zweitwenigsten besiedelte Region ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute November 2024
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Torben Ibs
Peter Eschberg, der jetzt im steirischen Ort Kirchberg im Alter von 87 Jahren starb, war nach seiner Ausbildung am Wiener Reinhardt-Seminar ein an den Münchner Kammerspielen (1959–1962), an den Frankfurter Städtischen Bühnen (1963/64) und an den Westberliner Theatern Freie Volksbühne und Schaubühne am Halleschen Ufer (1964–1966) erfolgreicher, mit leichtem Sinn...
Manchmal programmieren Theater Stoffe passgenau zu politischen, gesellschaftlichen, historischen Schlüsselpunkten. Luk Perceval gelang so etwas vergangenen Januar am Hamburger Thalia Theater mit Hans Falladas «Wolf unter Wölfen»: Eine wütende Landbevölkerung rebellierte da gegen die demokratischen Regeln der Weimarer Republik, und parallel zur Premiere wurden...
Neue Stoffe für die Bühne, mal was anderes als die Klassiker, bei denen sich da über die Jahrzehnte und -hunderte zu viel weltbildlicher Staub auf dem Kanon-Rücken angesammelt hat. Na, dann macht mal, muss sich Volkstheater-Intendant Christian Stückl gedacht haben, lässt er die Spielzeit doch von zwei Regisseurinnen mit frischen Stoffen eröffnen: Yorgos Lanthimos’...
