Aus der Tiefe des dramatischen Raums
Ich wollte unbedingt etwas mit dem Theater zu tun haben», sagt sie, und dass sie sich immer mal wieder frage, ob sie statt Theaterstücken nicht doch Romane schreiben soll. Mit dem Theater hat sie seit ihrem vierzehnten Lebensjahr zu tun, als sie in einem Züricher Jugendclub spielte und irgendwann zusammen mit Freunden auch kleine Theatertexte entwickelte. Jetzt, da sie mit ihrem ersten Stück sofort einen Treffer landen konnte, wird das mit dem Roman vorerst allerdings wohl nichts.
«Nachtblind» heißt ihr Erstling und kreist um Leyla, die einem Typen zugetan ist, der zur Gewalttätigkeit neigt. Da ist aber auch dieser andere Junge, mit dem sie wohl das bessere Los ziehen würde und der keine schlechten Chancen hat. Uraufgeführt wurde das Stück am Zürcher Theater an der Winkelwiese, die deutsche Erstaufführung zeigte das Schauspiel Hannover.
Was will man mehr, hätte Darja Stocker (22) sich da sagen und in aller Ruhe das nächste Stück angehen können. Das machte sie auch, wollte dann aber doch mehr und schrieb sich im Studiengang für Szenisches Schreiben an der Berliner Hochschule der Künste ein – obwohl sie im Fall von «Nachtblind» bereits den Schweizer «Dramenprozessor» durchlaufen und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es ist ein kleines Juwel, dieses aus klassischen fünf Akten bestehende Drama «Shining City» des 1971 geborenen Iren Conor McPherson. Dabei macht es gar nicht viel von sich her. Zwei Haupt- und zwei Episodenfiguren begegnen sich nach und nach in einer Dachgeschosswohnung in Dub-lin, die dem vierzigjährigen Ian gehört. Dieser Ian, ein sanfter, sympathischer Mann,...
Mit Helden ist das so eine Sache.
Einerseits gilt das Verhältnis zu ihnen hierzulande als gespalten. Besonders, wenn es sich um die germanische Variante dieses Rollenmodells handelt. Erschwerend kommt hinzu, dass die germanischen Sagen heute nicht mehr unbedingt zum Wissenskanon zählen. Oder weiß jemand etwa, wer Hildebrand und Hadubrand waren? Weiß jemand noch,...
Kinder sind bekanntlich ein gelehriger Spiegel ihrer Umgebung. Ihre Fähigkeit zur Anpassung, selbst an die brutalsten Verhältnisse, ist gleichzeitig Überlebensstrategie und Verhängnis, wobei die Frage, ob etwas nützlich oder schädlich ist, notgedrungen der Unterscheidung, ob richtig oder falsch, vorangestellt wird. Dass ausgerechnet in Schwaben und Württemberg...
