«Ich geb’ jedem eine Chance»
Das Schlimmste, was ihrem Stück auf dem Theater passieren könne, sagt Anja Hilling, sei, dass auf der Bühne wirklich Gulasch gekocht werde. Nun wurde bei der inoffiziellen Uraufführung von «Mein junges idiotisches Herz» im Werkraum der Münchner Kammerspielen dieses Gulasch nicht nur gekocht, sondern am Ende der Vorstellung auch noch von allen Schauspielern gemeinsam aufgegessen.
Außerdem war da als wiederkehrender Zuschauer noch der Redakteur einer Frauenzeitschrift, die gerade einen Schwerpunkt über Berlin-Mitte plant und sie unbedingt vor den angeblich hippen Sophiensaelen fotografieren wollte. Dabei hat sie mit Berlin-Mitte nicht das Mindeste zu tun. Sie wohnt in Neukölln, arbeitet in Kreuzberg und studiert – wenn man es so nennen will – in Charlottenburg. Der Redakteur hat ihr Problem nicht richtig verstanden; aus dem Foto ist nichts geworden. München war trotzdem kein Misserfolg.
Aktion Abschied
Frau Schlüter hatte sich vorgenommen: «Um drei und zwar pünktlich bin ich eine tragische Frau.» Daraus wurde auch nichts. Woran ihr Vorhaben, dem Leben ein Ende zu setzen, genau scheitert, lässt sich nicht eindeutig klären. Wahrscheinlich ist es das alte vertrocknete ...
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Würden sich die britischen Theatermacher etwas besser mit deutschen Klassikerzitaten auskennen, hätten sie ihrem Kultusministerium jetzt ein glorreich Goethesches «Am Golde hängt doch alles. Ach wir Armen!» entgegenschmettern können. Statt Gretchenklage wurden andere verbale Fäuste geschüttelt in einer ungewöhnlich lauten öffentlichen Debatte um den kommenden...
Natürlich ist ein behindertes Mädchen, das als Tor zur Welt gerade das «Ficken» entdeckt hat, eine Überforderung für ihre Umgebung. Vor allem, wenn sie sich weigert, die Pille zu nehmen. Das ist in Gießen auch nicht anders als in Basel, Stuttgart oder Hamburg. Solange Dora Psychopharmaka bekommt, thront sie stumpf auf einem Stapel Metallkoffer, stiert ins Leere und...
