Aufstieg zu den Müttern
Geister machen gewöhnlich nachts auf sich aufmerksam. Klopfgeräusche aus dem Schrank oder Geheul im westlichen Flügel sind immer ein Hinweis darauf, dass in der Vergangenheit noch eine Angelegenheit offen ist. Man kann damit locker umgehen und das Gespenst zu dem Familienmitglied erklären, das es meistens ohnehin ist. Oder man kann sich fürchten, dann gehört die Szene zum Gruselgenre und löst sich meistens in Gelächter auf.
Der spanische Filmemacher Pedro Almodóvar ist bekannt dafür, dass er alle Register des Emotionalen perfekt beherrscht und dass er alle Gattungen seines erweiterten Kunstbegriffs (Kino, Theater, Design, Tanz, Mode) in seine Vision eines radikal verweiblichten Kosmos einbezieht.
Ideal Frauenclan
In seinem jüngsten Film «Volver – Zurückkehren» spielt Carmen Maura eine ältere Dame, von der nicht ganz klar ist, zu welcher Welt sie gehört. Ist sie schon tot und kümmert sich um die Lebenden nur, weil die genug damit zu tun haben, ihren Alltag irgendwie klar zu bekommen? Oder ist sie noch am Leben, weil in Wahrheit eine andere Frau an ihrer Stelle gestorben ist und sie sich seither versteckt hält? Ihre Tochter, die resolute Raimunda (Penelope Cruz), ist besonders ...
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Gelegentlich schreibt Marianne Freidig Excel-Dialoge, als gehe es um Zahlenkolonnen in Bankkonten. Da ist dann alles, was szenische Plaudertaschen so von sich geben können, parallel gelistet, als habe der Buchhalter eines alles andere als herrschaftsfreien Diskurses statistisch erfasst, wer hier gerade wessen verbale Geltungsansprüche nicht respektiert. Wechselt...
Viel Lärm um Nichts» ist eine Komödie, deren Titel ein Regisseur durchaus ernst nehmen darf. Auch wenn hier Soldaten aus dem Krieg heimkehren, es Schurken und moralische Ansinnen gibt, auch wenn hier Stolz zu Demütigungen und Dummheit zum Erfolg führt, bleibt Shakespeares flottes Bühnenstück doch zu allererst ein Schlachtplan für Vergnüglichkeiten. Also macht...
Bei «Margot und Hannelore» war es ein vertracktes Wechselspiel um verlorene Identitäten auf der wackligen Grundlage einer kaum bewältigten und moralisch schwer kontaminierten Historie; bei «Wir im Finale» wurde dann schon das letzte noch auffindbare Quäntchen Selbstbewusstsein durch kollektives «Tooor»-Gebrülle hochgepuscht, und auf der La-Ola-Welle schwappte eine...
