Aufführungen, Neue Stücke

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Aufführungen

Auf die Sitzwürste im neuen rauen Asphaltambiente der Berliner Volksbühne lädt Frank Castorf im Januar zu Hebbels mörderischer «Judith». Vordergründig zivilisierter geht es
vermutlich am Deutschen Thea­ter zu, wenn Karin Henkel mit Eugène Labiches «Die Affäre Rue de Lourcine» hinter die Fassade des Bürgertums blickt. Am Gorki Theater hat sich
Hakan Savas Mican, wie so viele seiner Kollegen, einen Roman vorgenommen, Hans Falladas Abstiegsepos «Kleiner Mann – was nun?» von 1932.

Das amerikanische Prekariat der 30er Jahre seziert John Steinbecks Roman «Früchte des Zorns», den Luk Perceval am Hamburger Thalia Theater inszeniert, während am Deutschen Schauspielhaus Maja Kleczewska
J.M. Coetzees Dystopie «Warten auf die Barbaren» (1980) ausmalt. In Frankfurt wägt Bastian Kraft mit Dostojewskis 800-Seiter «Schuld und Sühne» ab, und in Dresden kehrt der geschasste Burg-Intendant Matthias Hartmann mit Dostojewskis «Idiot» ins Regiege­werbe zurück. Übersichtlicher zwei Ausgrabungen in München und Wien: David Bösch beschreibt am Residenztheater mit Franz Xaver Kroetz’ «Mensch Meier» den kleinen Mann im Eheunglück, in dem auch Kriminalkommissar Johnson festsitzt. Von dessen ...

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Theater heute Januar 2016
Rubrik: Daten, Seite 62
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