Aufführungen

Die interessantesten Premieren im Oktober 2010, ausgewählt von der «Theater heute»-Redaktion.

An den Münchner Kammerspielen beginnt in Oktober nicht nur die neue Saison, sondern, mit Glück, eine neue Ära. Johan Simons eröffnet seine Intendanz mit einer neuerlichen Roman-Dramatisierung des «Hiob»-Autors Joseph Roth und begibt sich ins «Hotel Savoy» nach Lodz und ins Jahr 1919, auf dem Fuße gefolgt von Alvis Hermanis, den es mit Jack Londons Roman «Ruf der Wildnis» allerdings nach Alaska ins 19. Jahrhundert verschlägt.

 


Armin Petras bleibt dem Drama treu und widmet sich an der Isar der «Hermannsschlacht» von Kleist, dessen «Penthesilea» er am eigenen Gorki Theater in Berlin Felicitas Brucker überlässt. An der Schaubühne hingegen wird Hausherr Thomas Ostermeier selbst tätig mit Shakespeares «Othello», und am Deutschen Theater geht Stephan Kimmig ins Rennen mit Gorkis «Kinder der Sonne». Auch Hannover-Chef Lars-Ole Walburg stellt sich aushäusig zur Verfügung und untersucht in Zürich «Die Panne» von Dürrenmatt, während an der Leine Kristo Sagor Koltès’ «Kampf des Negers und der Hunde» besichtigt.

 

Weiter westlich an der Ruhr bindet in Bochum Roger Vontobel vier Stücke von Sophokles, Aischylos und Euripides zur Politsaga «Die Labdakiden» zusammen, und in Oberhausen entlässt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Oktober 2010
Rubrik: Service, Seite 57
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Kopfgeburt

Seht euch diese Augen an, riesige Puppen­augen, die schläfrig, mild und traurig in die Welt blicken. Sie schauen aus riesigen Schwellköpfen, die die Figuren aus Lukas Linders «Die Trägheit» tragen, so dass der Rest ihres Körpers unverhältnismäßig klein und putzig wirkt, wenn sie etwa mit den Händen in die Luft greifen oder die Beinchen regen. Menschen am Rande des...

Ich bin dann mal Weg

Plötzlich konnte es gar nicht schnell genug gehen. Am 14. September ließ Friedrich Schirmer mitteilen, dass er seinen Vertrag als Intendant des Deutschen Schauspielhauses Hamburg zum 30. September auflösen wolle. Als Begründung führte er die angebliche Unterfinanzierung des Theaters an und eine Etatkürzung um 330.000 Euro, die allerdings schon im November 2009...

Erhöhte Niederschlagswahrscheinlichkeit

Ein alter Mann sitzt in einem Olivenhain und schimpft. Peter Stein in Umbrien? Nein, Ödipus auf Kolonos. 13 Jahre nach seinem Zerwürfnis mit dem damaligen Intendanten Gerard Mortier kehrte der frühere Schauspiel­direktor Stein zurück nach Salzburg. In der seit Steins Zeiten von den Festspielen genutzten
Halle auf der Halleiner Perner-Insel inszenierte er «Ödipus...