Auf Gipfeln
Der griechische Begriff «Porneia» bezeichnet in der Bibel Unzucht und sexuelle Unmoral – Prostitution, Homosexualität, Sex vor der Ehe. Der biblische Kontext allerdings spielt in Golda Bartons Komödie kaum eine Rolle – es geht um die antiken Göttinnen Demeter, Aphrodite und Athene, und die leben bekanntermaßen eine pragmatische, sinnesfrohe Haltung zur Sexualität.
Auch der zweite inhaltliche Anker, den das uraufführende Hamburger Thalia Theater zu «Porneia» anbietet, geht nicht auf: Angeblich habe Barton hier Aristophanes Komödie «Lysistrata» überschrieben, in der die Frauen den Männern so lange die Ausführung ehelicher Pflichten verweigern, wie diese Krieg führen. Dieser pazifistisch wie feministisch lesbare Stoff wird einmal kurz erwähnt, indem die Story von einem katastrophal endenden Theaterbesuch berichtet, bei dem «Lysistrata» auf dem Spielplan steht, außerdem lebt eine Figur selbstgewählt zölibatär, weil ihr die Männerwelt auf den Keks geht. Ansonsten aber: kein Aristophanes.
Stattdessen erzählt Barton mit Mut zum fröhlich dahinschnurrenden Wortwitz von der Doktorandin Melli (Ruth Marie Kröger, alternierend mit Toini Ruhnke), deren Professor ihr die Dissertation zu ...
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Theater heute Februar 2026
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Falk Schreiber
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