Auf die Palme
Der Prinz hat, nachdem er die Arme zu einer imaginären Umarmung geschlossen hat, seinen Hitz- und Kindskopf in den Sand gesteckt. Dorthin, wo aus einem Erdhaufen der eherne Arm einer gestürzten Siegesgöttin mit Lorbeerkranz hervorragt. Er ist fix und fertig – und wir mit ihm, kaum dass es für die nächsten dreieinhalb Stunden begonnen hat.
Da kann Torsten Flassig noch so ungestüm kaspern und sich embryonal am Boden einrollen, kann dem finster verstockten Papa knäbisch auf den Schoß klettern oder sich kuschelnd einen mächtigen Eisblock an die bloße Brust drücken, bis die Haut krebsrot glüht und seinen Mutwillen und die Freundschaftsgefühle für seinen Roderich herunterkühlt. Erledigt. So wie der noch emphatischer ins Leere aufschlagende Posa des Daniel Stock. So wie der in seiner Statur völlig verkantete und – gleich seiner von ihm später selbst zerdepperten Büste – eingegipste Dunkelmann Philipp (Jürgen Hartmann). So wie die kaum über den Rand ihrer Reifröcke hinausreichenden Damen Elisabeth (Julian Fisch) und Eboli (Minna Wündrich).
Regisseur Jan Neumann, der Friedrich Schillers dramatisches Gedicht über den Infanten von Spanien im Bochumer Schauspielhaus inszeniert, hat ...
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Theater heute Januar 2016
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Andreas Wilink
Alles begann Ende der 1960er in einer Münchner Privatwohnung. George Froscher, bis dato an verschiedenen Stadttheatern als Schauspieler, Tänzer und Regisseur tätig und dessen in höchstem Maße überdrüssig, hatte sie zu seinem Studio umfunktioniert (Namensähnlichkeit mit dem berühmten New Yorker Actors Studio durchaus beabsichtigt, die Zielrichtung eher...
«It’s a man’s world», röhrt Michael Wittenborn, der Moderator der Briest-Radio-Show, ins Mikro. Ja, it’s a man’s world, in der Fontanes Effi Briest vor rund 120 Jahren in einer arrangierten Ehe mit dem Langweiler von Instetten auf dem Land verödet und mit dem Filou Major Crampas zur Seite springt, der, als die flüchtige Affäre Jahre später auffliegt, vom entehrten...
fassung
mange ton dasein!
lacan
tatsächlich gibt es nichts, was auf so unerträgliche art und weise unbrauchbar und überflüssig wäre wie das organ, das herz genannt wird, dieses schmutzigste aller mittel, das die wesen erfinden konnten, um leben in mich zu pumpen.
artaud
per medulam cordis mei,
peccatoris atque rei,
tuus amor transferatur,
quo cor tuum rapiatur
...
