Auf die Insel
Ich war ja neulich am Meer. An der Nordsee, auf Amrum. Sieben Tage lang. Ich hatte mir eine kleine Wohnung gemietet, von der aus ich direkt aufs Wasser gucken konnte und schrieb. Und las. Aß. Trank. Und schlief. Und ich werde es wieder tun.
Schreiben ist Arbeit. Aber da ich mich weder um meine Mails noch um die Bürokratie kümmerte, keine Telefonate führte, hier nichts klärte, da nichts regelte, fühlte es sich eigentlich an wie Urlaub. Nur ich und die kleine graue Kiste, in die ich meine Gedanken tippte. Ich kaufte mir acht Rollmöpse, dich mich durch die Woche begleiteten.
Ich las in den «Meeresgeschichten», die mir noch auf dem Festland Heiner Egge geschenkt hatte, ein Dithmarscher Autor mit grauem Seefahrerbart und Pfeife im Mundwinkel. Am Abend traf ich wunderbare Menschen in der «Blauen Maus» (das ist die Kneipe auf Amrum; also die einzige) oder im Fischlokal. Nach dem Sonnenuntergang hörte ich den Wind besonders laut fauchen und Vögel in den Strandrosen fiepen.
Die elf Leute, die ich tagsüber beim Spazieren oder Joggen traf, habe ich einen Tag später beim Spazieren oder Joggen wiedergetroffen und gegrüßt. Man kennt sich dann. Mein Handy hatte ich an die Kante des Tisches ...
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Theater heute Mai 2024
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Caren Jeß
Fokussierung zum Tod
«Arbeit und Struktur» von Wolfgang Herrndorf am Schauspielhaus Düsseldorf, inszeniert von Adrian Figueroa
Es gibt einen Unterschied zwischen dem existenziellen Trost einer großen Erzählung und dem Müll, von dem wir eindeutig zu viel lesen. So schrieb es der krebserkrankte Autor Wolfgang Herrndorf in seinem Blog-Tagebuch «Arbeit und Struktur»....
Eine Reise wie nach Staucha hatte es zuvor noch nicht gegeben; schon weil die kleine Gemeinde nicht ganz so leicht zu finden ist am Rande der «Lommatzscher Pflege», einem Obstanbaugebiet in Mittelsachsen; Riesa ist die nächste größere Stadt. Kleinere Schilder an den Straßen im Dorf und ein größeres am Eingang zu einem schlossartigen Guts -hof verkündeten...
Es war immer spannend mit dir.» Lizzy Timmers blickt verschmitzt melancholisch auf den Boden, genauer auf die Drehbühne, der diese Worte gelten. In ihrer Jenaer Abschiedsperfomance «So long, Jena» verabschiedet sie sich zusammen mit Paul Wellenhof vom Publikum in Jena. «Keep Jena wild», ruft sie dem Publikum zu und meint es so. Die Performance «So long, Jena» ist...
