Atemlos durch den Cour d’honneur

Das Wort regiert: Notizen vom Festival du Théâtre in Avignon

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Auf die Idee muss man erst mal kommen: Bei 37 Grad Sommerhitze in Norwegerpulli und Fellmütze herumzurennen. Aber gut, wir sind in der Antarktis. Der junge Schauspieler und Regisseur Samuel Achache schickt ein sechsköpfiges Forschertrüppchen ins Polareis und hat ihnen dafür ein hübsch knirschendes Styropor-Schneefeld unter den Platanen des Cloître des Célestins ausgelegt. Darauf steht eine putzige Basislager-Bude mit Feldbett, Tourenrucksack, Schreibpult und einem nicht weiter einleuchtenden, aber furchteinflößend großen Überlebensutensil, das mit Butangas betrieben wird.

Dazu ein Klavier.
Denn die sechs Forscher sind wie Achache selbst auch Musiker und Sänger. Er verwickelt sie in eine Reihe absurder Kurzszenen, in denen ein Eisloch eine unergründliche Rolle spielt wie auch ein noch zu entdeckender tiefgefrorener See, immer wieder aber auch die Zuflucht, die sie in dieser eisigen Welt suchen, im Hüttchen, beim Tagebuchschreiben, in der Musik – im Grunde geht es Achache ohnehin vor allem um Musik, nämlich um das Formprinzip der Fuge, die thematische Rekursion. «Fugue» heißt der Abend, im Französischen bedeutet das sowohl Fuge als auch Ausreißen. Das will Achache aufs Theater ...

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Theater heute Oktober 2015
Rubrik: Aufführungen/Festivals, Seite 35
von Andreas Klaeui

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