As time goes by
Exakt 2783 Jahre europäische Theatergeschichtsdaten auf 239 Seiten nebst weiteren 116 Seiten aufgelisteter Theaterliteratur zum Thema – wer so ein Projekt zwischen zwei Buchdeckel bringt, braucht viel Leidenschaft. Wolfgang Becks datenselige «Chronik des europäischen Theaters von der Antike bis zur Gegenwart» will einen Überblick geben über «Zusammenhänge, Gleichzeitigkeiten oder Ungleichzeitigkeiten der Theaterentwicklung in Europa».
Das klingt selbstverständlicher, als es ist: Für Gleichzeitigkeit und Ungleichzeitigkeit sorgt die Zeit ganz automatisch, aber was für Zusammenhänge schaffen chronologische Tabellen?
Beck regelt die Geschichte mit zwei Spalten: links «Personen des Theaters/Bühnenereignisse», zumeist Geburtsjahre und Uraufführungen, rechts daneben «Zeitgeschichte/Bühnenwesen», also größere historische Vulkanausbrüche neben Theatergründungen, Intendanzen und anderem Grundstürzenden. Diese Systematik führt zu interessanten Gegenüberstellungen. Im Jahr 1570 etwa wurde links der englische Dramatiker John Webster geboren, während rechts die Schulordnung in Breslau den Wert der Aufführungen von Stücken des Terenz betont. Soweit, so gut. Aufschlussreich auch das Jahr ...
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«Warum eigentlich immer die Türken?», fragt der vierzehnjährige türkische Junge hinter mir leise, dann verfällt er wieder – ebenso wie die restlichen Schüler dreier Schulformen (Haupt- und Realschule und Gymnasium) – in gebanntes Schweigen. Und das für eineinhalb Stunden im Theater. Hut ab.
«Dream Team» von Lutz Hübner schafft es, Jugendliche aus den verschiedensten...
Selten ist so schön zu sehen, dass «Faust I» – hier in der «Urfaust»-Variante – aus zwei Stücken besteht. Teil 1: das Dilemma eines älteren Gelehrten, der die Welt im Innersten verstehen will, aber inzwischen gemerkt hat, dass der Verstand seine Grenzen hat.
Zur besseren Verdeutlichung lässt Regisseur Andreas Kriegenburg seinen Urfaust zunächst von Katharina Matz...
Ich würde ja gerne eine beeindruckende Geschichte darüber aus dem Ärmel zaubern, wie ich zum Theater gekommen bin, aber ich glaube, das Theater ist ganz einfach und unspektakulär zu mir gekommen.» Ein solches Bekenntnis über dem allerersten Schluck Kaffee lässt auf zwei Dinge schließen: Dennis Kelly ist erstens ehrlich veranlagt und arbeitet zweitens nicht aktiv an...
