Arterhaltung und Seitensprung

Lukas Bärfuss: «Die Probe»

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Das Jahr 2005 war für Lukas Bärfuss in mancherlei Hinsicht ein bedeutendes Jahr: Er wurde Vater, wurde mit seinem Stück «Der Bus (Das Zeug einer Heiligen)» zum Dramatiker des Jahres gewählt und mit einem früheren, «Die sexuellen Neurosen unserer Eltern», in siebzehn Sprachen übersetzt. Gerade deshalb hat er bei der Arbeit an seinem aktuellen Stück »Die Probe» das Gefühl, er müsse sich neu erfinden. Ständig streicht er ganze Passagen, eben weil sie so gut funktionieren, oder wird misstrauisch, weil ihm von sich selbst schon Bekanntes begegnet.

Noch nie habe er beim Schreiben so viele Flüche ausgestoßen und gleichzeitig so viel Spaß gehabt, wenn er morgens ins Büro unweit der Wohnung in Zürich geht.
Zum Ausgangspunkt für «Die Probe» wurden ihm zwei Lektüren – und für Lukas Bärfuss, den Literaturautodidakten und ehemaligen Buchhändler, sind solche Expeditionen in fremdes Bleistiftgebiet häufig existenzielle Erfahrungen. Da war zum einen Michel Foucaults «Die Wahrheit und die juristischen Formen» und zum anderen der Briefwechsel des Schweizer Kriminalromanautors Friedrich Glauser, in dessen Korrespondenzen Bärfuss die Beziehungsformen, Umgangsweisen, Liebesarten und ...

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Theater heute Jahrbuch 2006
Rubrik: Neue Regeln, Seite 138
von Julia Lochte

Vergriffen
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