Are you excited to be here?

Die Jahreskonferenz der International Federation for Theatre Research (IFTR) in Ghana ist Anlass, einen Blick auf die lokale Theaterszene in der Hauptstadt Accra zu werfen

Theater heute - Logo

What brings us to Africa? What are the lessons learned?», fragt Bishnupriya Dutt, die Präsidentin der International Federation for Theatre Research (IFTR) während der «Closing Ceremony» in der Great Hall der University of Ghana. Ihre Abschlussrede fasst die ethischen Prämissen des internationalen Wissenschaftsverkehrs noch einmal auf Diskurshöhe zusammen: Sie beschwört eine «diversity without othering and exoticizing cultures» und eine demokratische Welt ohne Diskriminierung, die multiple Identitäten akzeptiert. «That’s what the universities are for.

»

Wie tragfähig dieses akademische Glaubensbekenntnis in einer Realität ist, die diese Solidarität tatsächlich dringend benötigt, testet die Performance-Künstlerin und Trans-Aktivistin Va-Bene Elikem Fiatsi unmit -telbar im Anschluss mit ihrer Guerilla-Performance «Missing Reality – The Beast unleashed». Fast ganz nackt, den fragilen Körper nur mit Lehm und einem Lendenschurz bedeckt, protestiert Va-Bene singend und laut klagend gegen das tiefe Schweigen, in das sich die Universität angesichts des neuen Anti-LGBTQ-Gesetzes («Human Sexual Rights and Family Values Bill») in Ghana hüllt. Gerade drei Wochen zuvor war «The Bill» ohne ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juni 2024
Rubrik: International, Seite 48
von Anja Quickert

Weitere Beiträge
Kakofonie des Schauderns

Würdigen wir bitte zunächst den Spielplanhumor. Letzte Inszenierungen einer Intendanz haben ja oft symbolische Titel, meist irgendetwas mit «Ende» oder «Abschied». Martin Kušej, der eher für Trübsal als Witz bekannte scheidende Direktor des Wiener Burgtheaters, programmiert als finale Premiere ein Stück mit dem Titel «Zentralfriedhof». Das ist so grimmig – wenn ich...

Form und Zertrümmerung

Das Wesen des Theaters besteht in der Vergröberung der Effekte, also muss man diese Effekte eben noch stärker vergröbern, sie unterstreichen, sie auf die Spitze treiben.» (Ionesco 1958) An diese Bestimmung des Theaters hat sich Johan Simons – sonst eigentlich nicht der Mann fürs Grobe – gehalten, nicht an das Verfahren der Uraufführung von Ionescos «Die kahle...

«Ich nehme meine Figuren todernst»

Wenn es nicht mehr deprimierender geht, falsche Entscheidungen, Abschiedsschmerz, Tod, das volle verfluchte «Alkestis»-Programm, dann entsteht plötzlich auf der Bühne ein violett glitzernder Energie-Wirbelwind: Anne Rietmeijers Alkestis tanzt und tanzt, in den Lebensminuten, bevor sie für ihren Mann Admetos in den Tod gehen wird. Was soll sie auch tun, wenn als...