Andreas Jüttner

Georg Büchner «Dantons Tod» (Staatsschauspiel, Arena)

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Immerhin ein kleiner Mann sieht nach der großen Revolution noch so aus wie vorher: der Hausmeister (Dilaver Gök). Der darf im kli­schee­grauen Mantel auf die Bühne schlurfen und saubermachen, wenn die Herrschaften Revo­lu­tionäre beim heftigen Disput für und wider ein Guillotinen-Blutbad mal wieder den Konferenzraum verwüstet haben. Und was hat er selbst von der Revolution? «Es ist recht gut, dass das Sterben so öffentlich wird», ist der einzige
deutsche Satz in seinem kurzen, überwiegend türkischen Statement am Ende der Aufführung.



Öffentlich ist hier freilich alles: Nuran David Calis verarbeitet in seiner ebenso zeitnahen wie texttreuen Inszenierung das junge Phänomen der Medienrevolution. Gleich zu Beginn düsen Bilder eines (oder mehrerer?) Umstürze im Sauseschritt über die drei Fernseher, die
per Splitscreen in je neun Felder unterteilt sind – mit dem Effekt, dass dieser Revolutions-Schnelldurchlauf so berauschend unübersichtlich bleibt wie die rotierenden Bilder in einem Spielautomaten. News-Laufbänder à la n-tv künden von sich minütlich verschärfenden Krisensituationen, die Konvent-Konkurrenten überschreien sich bei «Anne Will» mit ihren Forderungen («Das ...

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Theater heute Mai 2011
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Andreas Jüttner

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