Amore geht immer
Mit Scherben und Brandalarm startet die Liebesgeschichte von Romeo und Julia in Zürich, die Capulets und die Montagues können sich nicht ausstehen, kleine Brandstiftungen erhalten die Feindschaft. «Es ist heute», macht ein Chor von «Terroristen» eingangs klar: «Dein Wohlbefinden und die Welt brennen. Die Wände zu deinen Herzkammern sind stabil wie Esspapier. Schlechte Laune ist normal. Du bist dir ganz sicher: Nichts wird mehr gut sein. Deshalb haben wir hier eine Geschichte für dich. In dieser Geschichte verlieben sich die Feinde inein -ander.
Es gibt viele Anlässe zu allerlei Tränen: Rührung, Trauer, Ohnmacht, andere Gefühle. Hoffentlich heitert es dich auf.»
Als ob sie von all dem nichts wüssten, stehen sich Romeo (Maximilian Reichert) und Giulietta (Kathrin Angerer) auf Balkonen gegenüber – nicht nur sie hat einen Balkon wie gewohnt, sondern neu auch er, und sie stoßen quasi aneinander. Die verliebten Feinde sind sich ähnlich, Capulets und Montagus sind das präzise Spiegelbild voneinander. Zwei identische wohnturmähnliche Kuben drehen sich auf der Bühne von Jana Wassong, Pappgewehre an den Wänden, Kristalllüster, gehobene Warlords.
Kostümbildnerin Laura Kirst steckt sie in re ...
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Theater heute April 2025
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Andreas Klaeui
Eins haben die beiden Frauen gemeinsam: Prinzessin Cezaria und Heilsarmistin Johanna Dark werden in ihrem Kampf gegen Gewalt und Rechtlosigkeit missbraucht und bezahlen dafür mit dem Leben. Cezaria, die gegen die rassistische Mordlust ihrer Mutter rebelliert, bemerkt zu spät, dass sie damit weißen Männern wieder zur Macht verhilft, die sie zum Dank enthaupten. Und...
Der eine fordert von seinen drei Töchtern einen öffentlichen Liebesbeweis, der andere von Hunderttausenden Staatsbeamten Loyalität oder Kündigung. Der eine kompensiert Machtverlust mit Übergriffen auf Bedienstete, der andere mit einem Sturm aufs Kapitol. Der eine bezeichnet die Vagina, insbesondere die seiner Töchter, als «Hölle» und «Schwefelloch», der andere …...
Das Adjektiv «entschieden» ist fast eine Untertreibung dessen, was man aktuell am Hessischen Staatstheater wagt: Man setzt das Publikum nicht einfach nur einer über einstündigen, nonverbalen Darstellung aus, sondern zeigt das Ganze auch noch konsequent in Slow Motion. Marie Schleefs Uraufführung von «ER PUTZT», Valeria Gordeevs Gewinner-Text beim Ingeborg...
