Amerikanische Psychose
Mit einer Art schauspiellosem Schauspiel ist Richard Maxwell aus Fargo, North Dakota, zu Ruhm und Ehren gelangt. Seine Inszenierungen «House» (1999), «Caveman» (2002) und viele andere sind über Festival-Bühnen von New York bis Oslo getourt, weil ihre Protagonisten eine hochkomische Form US-amerikanischer Apathie verkörperten: Provinzgestalten vom unteren Ende der sozialen Leiter stellten sich mit schlaff herabhängenden Armen und monotonen Stimmen wortkarg zur Schau.
Ob der Theatermann aus dem Mittleren Westen es wollte oder nicht: Diese tragikomischen Schicksale lösten beim urbanen Publikum vor allem Gelächter aus.
Banalität unterm Mikroskop
Jetzt aber ist Schluss mit der lakonischen Indifferenz. «The End of Reality», Maxwells neueste Theaterarbeit, die kürzlich im traditionsreichen Experimentaltheaterhaus The Kitchen in New York Premiere hatte, verzichtet auf die demonstrativ lethargische Loser-Attitüde. Das liegt nicht nur daran, dass Maxwell seinen Schauspielern mehr Raum fürs «Schauspielern» gibt, ohne dabei jedoch seinen Stil der Affektlosigkeit ganz zu verraten; sondern auch an der Qualität des Textes. Zum ersten Mal stellt hier der Autor Maxwell die Tricks des ...
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