Existenzfragen
Franz Wille Herr Tränkle, welche Auswirkungen hat der Streik im Öffentlichen Dienst des Landes Baden-Württemberg auf das Staatsschauspiel Stuttgart?
Hans Tränkle Wir sind ja ein Dreispartenhaus, die Auswirkungen treffen alle gemeinsam – Oper, Schauspiel und Ballett –, weil die technischen Bereiche, die der Streik wesentlich betrifft, bei uns zentralisiert sind. In den ersten 16 Streiktagen seit dem 11. Februar beteiligten sich im Durchschnitt zwischen 80 und 100 Mitarbeiter pro Tag von etwa 500, die den umstrittenen Tarifverträgen angehören.
Es handelt sich praktisch ausnahmslos um Arbeiter, Schwerpunkt Bühnenhandwerker, in der Verwaltung wird so gut wie nicht gestreikt. Auch wenn die Gesamtzahl nicht so hoch erscheint: Wenn in beiden Häusern eine komplette Schicht streikt, liegt der Betrieb lahm.
FW Wie viele Vorstellungen sind bisher ausgefallen?
Tränkle Eine Oper, ein Ballett, eine große Schauspiel-Aufführung, «Platonow» ...
FW ... gerade zum Theatertreffen eingeladen ...
Tränkle ... und seitdem ausverkauft. Im Theater im Depot sind bisher acht Vorstellungen ausgefallen. Wir können mit der Vielzahl unserer Spielstätten und dem damit verbundenen relativ großen Personalpool ...
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Mit einer Art schauspiellosem Schauspiel ist Richard Maxwell aus Fargo, North Dakota, zu Ruhm und Ehren gelangt. Seine Inszenierungen «House» (1999), «Caveman» (2002) und viele andere sind über Festival-Bühnen von New York bis Oslo getourt, weil ihre Protagonisten eine hochkomische Form US-amerikanischer Apathie verkörperten: Provinzgestalten vom unteren Ende...
Eine Renaissance seines Theaters wird es nie mehr geben. Man kann sich nur noch mit Hilfsmitteln daran erinnern, was Tadeusz Kantor auf der und für die Bühne bedeutet hat: Video-Mitschnitte der Aufführungen, endlose Reihen von (Schwarz-Weiß-)Fotos, Manifeste, Partituren, Skulpturen, Kostüme, Bühnenbilder, Grafiken und Emballagen – Relikte, allein in «seiner» Stadt...
Ich mache da nicht mehr mit», murrte der Statiker, der das Haus seit längerem mit Argwohn beobachtet hatte, und hängte ein Vorhängeschloss an die Tür des Kleinen Hauses in Dresden. Das war im Jahr 2002. Dem Publikum war schon seit 1998 der Zutritt verwehrt. Seitdem durfte nur noch geprobt werden, doch nun war zum allgemein maroden Zustand der Gebäudesubstanz noch...
