Am Ende Hoffnung

Sarah Kane «Zerbombt» an der Landesbühne Sachsen in Radebeul

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Da bricht er durch. Unter Nebel und Getöse wird die rechte Wand des grauen Hotelzimmers umgeworfen, und heraus tritt in martialisch behelmter Kampfmontur Matthias Avemarg als Soldat und zeigt dem ohnehin schon desolaten Ian, gespielt von Maximilian Bendl, wo der Hammer hängt. Im Hintergrund, mit viel Nebel und Gegenlicht, vergewaltigt er ihn erst und reißt ihm dann die Augen heraus.

Sarah Kanes «Zerbombt» hat auch 29 Jahre nach seiner Uraufführung im Londoner Royal Court Theatre nichts von seiner Drastik verloren.

Angesichts der aktuellen Weltlage war es spätestens mit dem russischen Einfall in die Ukraine an der Zeit, es wieder auf die Spielpläne zu setzen wie hier an den Landesbühnen Sachsen. Zunächst als subtiles Kammerspiel voller Psychospiele, Todessehnsucht und verletzter Eitelkeiten, bis der Auftritt des Soldaten jede Subtilität zerbombt. Ich schieße, also bin ich.

Doch in den Trümmern keimt am Ende nicht nur Verzweiflung, sondern fast schon Hoffnung. Regisseurin Monique Hamelmann, die in Radebeul und Dresden inszeniert, hat das eigentlich an einem Tag spielende Stück dramaturgisch zerdehnt. Zwischentafeln künden von den vier Jahreszeiten in diesem schäbig futuristischen ...

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Theater heute Juli 2024
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Torben Ibs

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