Geliebter Gegner
Kurz vor dem Ende werden zwei Darstellerinnen – eine ist die Regisseurin selbst – an Metallhaken an ihrem Rücken emporgehievt. Man hat zuvor auf einem Screen am Bühnenrand gesehen, wie ihnen diese Metallteile in die Rückenhaut eingepflanzt wurden. Zugleich halten sie sich aber an zwei riesigen Donnerblechen fest, die jeweils frontal zu ihnen im Bühnenhimmel angebracht sind. Wenn sie sich von diesen abstoßen, das spürt man fast am eigenen Rücken, werden sie nur noch von den Haken gehalten.
Dieser entschiedene Sprung in den Schmerz hinein ist aber zugleich ein massiver perkus -siver Impuls für den schillernden Lärm des Donnerblechs, das ja von der Abstoßung zum Schwingen gebracht wird. Bisher kannte ich von diesem Instrument nur die kleine Version, die bei Bands wie den Einstürzende Neubauten auch schon recht amtlich donnern durfte. So ging es minutenlang: Schwung in den leeren Bühnenhimmel und wieder zurück, ein gewitterndes Lärmspektrum auslösend. Dazwischen an einer Kirchenglocke: ein anderes En -semblemitglied als am Haarschopf pendelnder Klöppel.
Will Florentina Holzinger voran oder zurück zu einem Theater der Attraktionen? Tschingderassa! Als materialistisch-feministische ...
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Theater heute Juli 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Diedrich Diederichsen
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