Am Ende Hausarrest

Leo Meier «Auf der Suche nach dem verlorenen Bagger» (U) am Staatsschauspiel Dresden

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Alfi ist fünf Jahre alt und hat einen geheimen Geheimplan. Er will seinen hässlichen gelben Spielzeugbagger loswerden, der noch nicht mal eine Fernbedienung hat. Damit seine Mutter ihm aber einen neuen kauft, muss er den alten verschwinden lassen. Hinterm Kindergarten ist eine Polizeistation, dort will er eine Vermisstenanzeige aufgeben, und mit diesem hochoffiziellen Dokument wird er die Mutter sicher überzeugen, einen schönen neuen Bagger anzuschaffen – mit Fernbedienung natürlich. Genial.

Leider nicht genial genug, denn Alfi hat nicht mit den unwägbaren Fährnissen der Erwachsenenwelt gerechnet. So befindet er sich bald mit einer Polizistin (die ihn zudem noch für ein Mathegenie hält) auf einer wilden Tour de Force, bei der er viele Erwachsene kennenlernt, die alle ihre eigenen Probleme haben. Die wissen zudem immer schon besser als Alfi, was er denn will, und planen die wildesten Aktionen. Doch sein hochoffizielles Dokument, das bekommt er nicht. Am Ende aber Hausarrest, Technik- und Fahrradverbot. Na toll.

Diese wahnwitzige Story von Leo Meiers «Auf der Suche nach dem verlorenen Bagger» hat Matthias Reichwald im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden uraufgeführt. Die ...

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Theater heute März 2026
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Torben Ibs

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