Alter performen

Angie Hiesl und Roland Kaiser haben einen Sammelband über Alter(n) in den Darstellenden Künsten herausgegeben

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Wenn ich auf der Bühne noch eine weitere junge Frau mit blonder Langhaarperücke, Glitzerjacke, Hot-Pants und Plateaupumps sehe, das Abziehbild einer Sexarbeiterin, muss ich schreien», schreibt die Theaterkritikerin Dorothea Marcus. «Und ja, dies hat nicht nur mit Feminismus, sondern auch mit ‹Ageism›, also: Altersdiskriminierung zu tun. Denn sobald die ständige Verwertung, Fetischisierung und Sexualisierung von Frauenkörpern aufgrund von körperlichen Alterserscheinungen nicht mehr so reibungslos funktioniert, treten Frauen eben oft gar nicht mehr auf.»

«War schön.

Kann weg ...» lautet auch der Titel des Sammelbands, in dem Marcus über weibliche Körperbilder und Schönheitsnormen auf deutschen Bühnen nachdenkt. Herausgegeben haben ihn die Künstler:innen Angie Hiesl und Roland Kaiser, und dabei sehr unterschiedliche Perspektiven auf das «Alter(n) in der Darstellenden Kunst» zusammengestellt.

Die mangelnde Sichtbarkeit älterer Frauen in der Öffentlichkeit ist natürlich kein neues Phänomen. Unter dem Titel «Mutprobe» hatte die Journalistin Bascha Mika bereits 2014 deren altersbedingtes und geschlechtsspezifisches Verschwinden analysiert. «Am biologischen Alter können wir nicht viel ...

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Theater heute August-September 2023
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Anja Quickert

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