Gar nicht komisch
Als Schauspielerin ist Maria Happel, 60, die Stimmungskanone des Burgtheaters. Wenn sie auftritt, gibt es viel zu lachen. Konsequenterweise steht sie dabei meist direkt an der Rampe und schleudert eine Wuchtel nach der anderen in den dankbaren Zuschauerraum. Happels Status als Wiener Publikumsliebling ist ungebrochen – obwohl sie gebürtige Deutsche ist. Zugleich hatte man in letzter Zeit oft das Gefühl, Happel produziert nurmehr Komik von der Stange. Egal, um welche Inszenierung es sich handelt, sie spielt einfach die Happel.
Kein Wunder, Maria Happel ist eine vielbeschäftigte Playerin, neben ihrer Ensemble-Mitgliedschaft am Burgtheater wirkt sie in zahlreichen TV- (seit 2010 in der beliebten Krimiserie «Soko-Donau») und Kino-Produktionen (zuletzt «Freibad» von Doris Dörrie) mit; seit Mai 2020 leitet sie das Max Reinhardt Seminar, im Juli 2021 wurde sie zudem als künstlerische Chefin der Sommerfestspiele Reichenau bestellt. Schon im ersten Jahr zeichnete sich in Reichenau ein Hang zum Nepotismus ab, wie die Wiener Stadtzeitung «Falter» berichtete. Happels Ehemann Dirk Nocker wirkte ebenso in Produktionen mit wie ihre Tochter Paula. Eine Nichte assistierte der Chefin, eine weitere ...
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Theater heute August-September 2023
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Karin Cerny
Trigger-Warnungen und Diskussionen um deren Berechtigung und deren Wortlaut begegnen mir zurzeit regelmäßig in meiner dramaturgischen Arbeit am Theater, aber auch im Unterricht mit Studierenden der darstellenden Künste. Die auf Saaltüren, Abendzetteln und Homepages festgehaltenen Ankündigungen potenziell verletzenden Zeichengebrauchs interessieren mich als...
Margit Carstensen war die Petra von Kant, im Film und auf der Bühne; sie prägte diese wie viele Fassbindersche Frauenfiguren. Dem Regisseur sei nachgesagt worden, sagt Carstensen 1992 in einem Interview, so negative Frauenbilder gezeichnet zu haben. «Dabei war ich das. Ich hab’ sie negativ gezeigt.» Schließlich seien hinter dem, was man nach außen sehe, oft doch...
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