Alte Schule
Das Theater als Kunstform ist sehr alt, das Stadttheater als Institution ist ziemlich alt, sein Publikum etwas weniger alt. Also liegt es nahe, dass die Stadttheater neben der Zukunftsinvestition in Theaterpädagogik sich auch der Theatergeragogik widmen. Die Bereitstellung von intelligenter Unterhaltung und Welt- und Menschenverständnis fördernden Zuschau-Erlebnissen reicht nicht mehr aus als Rechtfertigung der Existenz von Stadttheatern. Tätigkeit will der Mensch und Beobachtetwerden, nicht Beobachtung. Die Spielwut im Herbst des Lebens ist genauso groß wie die der Jungen.
Also entstehen an vielen Stadttheatern Seniorentheatergruppen unter professioneller Anleitung, als Sozialbeitrag und zur Kundenbindung.
Vorreiter war das Freie Werkstatttheater Köln, das schon seit 1979 Altentheater macht. Aber auch das Schauspiel Köln hat seit 2014 ein kontinuierlich arbeitendes Seniorenprojekt: die «Oldschool», geleitet von Regisseur David Vogel und Dramaturgin Dominika Široká. «Wunderschönes Welkfleisch» heißt die jüngste Lernleistung der alten Schule. Um wunderliche Schönheit geht es. Die Fähigkeit diverser Medien zur Herstellung fingierter Wirklichkeiten nimmt zu.
Das befeuert die ...
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Theater heute April 2022
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Gerhard Preußer
ALTENBURG/GERA, TPT
2. King, Foxfinder
R. Louis Villinger
23. Haidle, Alles muss glänzen
R. Matthias Thieme
29. McDonagh, Der Krüppel von Inishman
R. Manuel Kressin
AUGSBURG, SENSEMBLE
14. Löhle, Genannt Gospodin
R. Gianna Formicone
BADEN-BADEN, THEATER
8. Ibsen, Gespenster
R. Otto Kukla
29. McArthur nach Austen, Stolz und Vorurteil* (*oder so)
R....
Die Nachricht vom Tod ihres Mannes trifft Louise Mallard unvermittelt. Trauernd zieht sie sich in ihr Schlafzimmer zurück, allein. Doch nachdem der erste Schmerz abklingt, das überwältigende Gefühl von Verlust und Orientierungslosigkeit, stellt sie fest, dass sich etwas anderes, bislang Unbekanntes Bahn bricht: das Gefühl von Freiheit. «Die Geschichte einer...
Das hochgewachsene, gestandene Mannsbild in lässig weiter Sportkleidung und einem weißen Kopftuch, das vorher einen so souveränen Eindruck gemacht hatte, schnieft traurig vor sich hin. Sein Verhalten passt so gar nicht ins Bild, das er von sich aufgebaut hat. Der weiße HipHopper fällt buchstäblich aus dem Rahmen, den die Bühnenbildnerin Inga Danysz in Form eines...
