Das Stück, der Markt, der Tod und das Kaufhaus
Ein Konjunkturzyklus funktioniert im Kleinen so: Jemand erfindet ein Produkt, das alle Leute gerne haben wollen, sagen wir einen mp3-player oder das Auto. So langsam entsteht Nachfrage nach der noch seltenen Ware, und die Preise sind hoch. Das bemerken aufmerksame Hersteller, die auf den Zug aufspringen wollen und Fabriken aus dem Boden stampfen. Irgendwann gibt es mehr Autohersteller als Parkplätze und für jedes Ohr drei Musikknöpfe. Von Nachfrage kann jetzt nicht mehr ernsthaft die Rede sein. Überproduktionskrise! Die Preise fallen ins Bodenlose.
Fabriken gehen pleite und Hundertausende sind arbeitslos. Bis irgendwann alle Autos verrostet sind, die Preise wieder steigen und das Ganze von vorne beginnt.
Das ideale Produkt, Typ 1, zerlegt sich gleich nach Kauf selbst, ohne dass deswegen der Kunde unzufrieden wird. Dann kann die Nachfrage gar nicht erst einbrechen. Das Auto war fast so ein ideales Produkt, bis Audi die vollverzinkte Karosserie erfand. Bis dahin verrostete ein Mercedes in acht Jahren und ein Fiat, der halb so teuer war, in vier, was jeder ganz normal fand. Das andere ideale Produkt, Typ 2, funktioniert nach dem Apple-Prinzip: Es ist im Kern auch nur ein mp3-player, ...
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Wenn du eine Botschaft hast, dann schreib uns einen Werbeslogan – oder schick uns eine Rockband auf die Bühne. Johan Simons tut beides. Gleich zwei der topmodischen Theatermarotten der Saison präsentiert der manchmal ziemlich unsubtile Großregisseur, demnächst Chef der Münchner Kammerspiele, im Oktoberfeststück «Kasimir und Karoline» in Köln. Der vielgerühmte...
Fernsehen
Montag, 1.
15.00, Theaterkanal: Heinrich Heine – zweiteiliger Fernsehfilm (1977) von Herbert Knopp, mit Christoph Bantzer, Barbara Sukowa, Rolf Becker, Rosemarie Fendel, Walter Rilla u.a., Regie Klaus Emmerich (2. Teil Dienstag, 2., 15 Uhr)
19.00, Theaterkanal: Theaterlandschaften:
Bayerisches Staatsschauspiel München – vorgestellt von Esther Schweins –...
Jürgen Büssow hat zur Zeit keinen dankbaren Job. Der gelernte Orthopädiemechaniker und studierte Sozialarbeiter hat eine lupenreine SPD-Parteisoldatenkarriere hinter sich, war zwanzig Jahre Landtagsabgeordneter und wäre 2001 gerne Intendant der Deutschen Welle geworden, leider vergeblich. Nun ist er seit 1995 Regierungspräsident in Düsseldorf, und zu seinem...
